Wer aller an Online-Videos verdienen will
Bei einer Konferenz in Frankreich diese Woche zeigten sich die Telekom und Medienfirmen einig darüber, dass Videos on Demand eine große Zukunft beschieden ist.
Mit dem weiteren Voranschreiten von schnellen Internet-Verbindungen über Breitband gibt es auch immer weniger Hürden, TV-Serien und Filme, natürlich gegen Geld, zu jeder Tages- und Nachtzeit übers Netz in die Wohnzimmer zu liefern - gäbe es da nicht die Rechtefrage.
Die ist nämlich, anders als in den USA, in Europa weitaus diffiziler zu lösen, da jedes Land eigene Gesetze und Verwertungsrechte hat, die eingehalten und vor allem bezahlt werden müssen.
Bei der Jahresbilanz-Pressekonferenz des Vereins für Anti-Piraterie [VAP] der österreichischen Filmindustrie mussten die Vertreter der Filmindustrie zugeben, dass Angebote wie etwa TV-Serien bei iTunes hier zu Lande weitaus schwieriger zu realisieren sind.
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Abseits der Rechtefrage sind sich die Vertreter der Medienfirmen und der Telekoms aber auch nicht einig darüber, wie der vermeintliche Umsatzkuchen aufzuteilen ist. Daran und den unvermeidlichen Investitionen hapert es zusätzlich.
AOL Frankreich wolle Video on Demand vor dem kommenden Frühling anbieten, aber es sei, schwer sich auf ein Geschäftsmodell zu einigen, sagte etwa Carlo D'Asaro Biondo, Chef von AOL Frankreich, das etwa neun Prozent des französischen Breitbandmarktes bedient.
Zwar wurden in den letzten sechs Monaten schon einige kleinere Deals zwischen den US-Inhabern von Film- und TV-Rechten, wie etwa Warner, und europäischen Telekoms abgeschlossen, doch die Anzahl der Filme ist meist begrenzt, oft auf nur 100 Stück.
Auch in Österreich verzögert nur mehr die Rechtefrage den Start von TV-Angeboten übers Netz.
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Es sei klar, dass sich die Telekomanbieter und Medienfirmen bei Video on Demand Konkurrenz machen, sagt Jean-Bernard Levy, Chef der französischen Telekom- und Mediengruppe Vivendi Unviersal.
Frankreich war eines der ersten Länder, die TV über Internet [IPTV] eingeführt haben, Anbieter wie France Telecom, Free und Neuf Cegetel zählen derzeit rund eine halbe Million Kunden. Mit einer Breitbanddurchdringung von 14 Prozent wären also gute Startpositionen vorgegeben, doch auch hier ist Video on Demand noch nicht gestartet.
Ein Grund ist der starke Wettbewerb, der eher kleine Anbieter Neuf Cegetel etwa, der jahrelang Verluste geschrieben hat, sieht sich außer Stande, einen großen Filmkatalog zu kaufen.
Die Medienfirmen wiederum haben wie immer Angst, dass Video on Demand die Kopiertätigkeit der Nutzer anregen könnte und sie durch unrechtmäßige Kopien Verluste erleiden könnten.
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Die große Frage sei auch, ob die Nutzer für etwa zahlen möchten, dass seit Jahren im Netz bereits gratis zu beziehen ist, meint ein Vertreter von Warner für Europa.
Gleichzeitig unterstreicht er, dass seine Firma sehr wohl Filme und TV-Programme online anbieten will, weil das eine weitere Einnahmequelle für den Anbieter ermöglicht. Es brauche auf jeden Fall eine breite Abstimmung zwischen Internet-Providern, Filmstudios und Sendern.
Wovor offenbar alle Angst haben, ist, dass derselbe Effekt wie im Online-Musikmarkt eintritt: Hier hatten die Musikfirmen Apple den Vortritt überlassen, der nun mit seinem iTunes nicht nur mehr als die Hälfte des Online-Musikmarkts beherrscht, sondern auch mit seinem Video-Angebot bereits erste Erfolge feiert.
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