Startschuss für Googles Online-Bibliothek
Allen Streitigkeiten zum Trotz wird der US-Suchmaschinenbetreiber Google im Laufe des Donnerstags seine Online-Bibliothek eröffnen.
Unterstützt wird das Projekt von den Universitäten Harvard, Stanford, Michigan und der New York Public Library. Sie stellen Tausende überwiegend amerikanische Bücher aus dem 19. Jahrhundert zur Verfügung.
In einem ersten Schritt werden nur lizenzfreie Werke und Bücher in der Bibliothek verfügbar gemacht, deren Urheberschutz abgelaufen ist [Public Domain].
Damit umgeht Google vorliegende Klagen des US-Verleger- und des größten US-Schriftstellerverbandes, die in dem Konzernprojekt "Google Print" zur Digitalisierung ganzer Bibliotheken einen Verstoß gegen das Urheberrecht sehen.
Nachdem im Sommer immer mehr Rechte-Inhaber ihre Bedenken geäußert hatten, setzte Google sein Projekt für drei Monate bis 1. November aus.
Google setzt Bücher-Digitalisierung ausBilder statt Texte
Die vorerst verfügbare Sammlung ist nur ein kleiner Teil der Werke, die Google im Internet verfügbar machen will. Nach Angaben des Unternehmens sind es etwa 18 Prozent der insgesamt angestrebten Bücher.
Die Bücher werden von Google eingescannt und können auf der Website print.google.com in vollem Umfang eingesehen und per Volltext durchucht werden. Dabei setzt der Internet-Konzern auf Bild- statt Textdateien, sodass die Texte nicht kopiert werden können.
Dieser Schritt könnte ein erstes Zugeständnis an die teils verärgerten Verleger und Autoren sein, deren Werke nun erst zu einem späteren Zeitpunkt eingescannt werden sollen.
Um ausgiebig in den Büchern blättern zu können, st eine Registrierung erforderlich, dafür gelten auch die Zugangsdaten zu einem Gmail-Account.
"Alle Forscher und Studenten, gleich ob sie in New York oder Neu-Delhi sind, können nun mit diesen Büchern arbeiten, die es vorher nur in einer Bibliothek gab", sagte die Google-Vizepräsidentin für Product-Management, Susan Wojcicki.
Google sieht Buchplan auf SchieneAllianz gegen Google
Google ist nicht der einzige Suchmaschinenbetreiber, der auf die Digitalisierung von Büchern setzt.
Zuletzt ist auch Microsoft Mitglied einer Allianz rund um Yahoo, Hewlett-Packard und Adobe geworden, die sich dasselbe Ziel gesetzt hat - allerdings in vorheriger Absprache mit den Rechte-Inhabern.
