02.11.2005

RADIKAL

Deutsche Telekom baut 32.000 Stellen ab

Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Bonn mit. Zugleich solle es 6.000 Neueinstellungen geben.

Betroffen von dem Abbau ist vor allem die Festnetzsparte, deren Umsatz wegen des verschärften Wettbewerbs seit Jahren sinkt. Dort fällt jede fünfte Stelle weg. Darüber hinaus treffe es auch die IT-Sparte T-Systems und die Verwaltung.

Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Die Kosten für das Sparprogramm sollen 3,3 Milliarden Euro betragen. Die Gewerkschaft Verdi kündigte Widerstand an.

Bund soll bei Beamten nachhelfen

Der Stellenabbau erfolge über freiwillige Altersteilzeit und Abfindungen, erklärte Personalvorstand Heinz Klinkhammer. Für die Beamten des ehemaligen Staatsbetriebs sollten Gespräche mit der neuen Bundesregierung über eine Vorruhestandsregelung aufgenommen werden. Dadurch könnte die DT Kosten auf die Steuerzahler abwälzen.

Weiterer Abbau nicht ausgeschlossen

Der jetzige Personalabbau sei möglicherweise noch nicht abschließend. Künftige wie bestehende Beschäftigungsmöglichkeiten seien stark von Regulierungsentscheidungen abhängig.

Sollte der Aufbau eines Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetzes auf Grund von Regulierung dieses neuen Marktes gefährdet sein, drohe ein zusätzlicher Entfall von 5.000 Stellen, teilte die DT mit.

In die 32.000 Stellen sind die die rund 7.000 Stellen der Mitarbeiter der Personalserviceagentur Vivento eingeschlossen, deren Beschäftigungsverhältnisse endgültig ausgegliedert würden.

Börse reagiert positiv

Verdi-Vize Franz Treml warf der DT Verantwortungslosigkeit vor. Dem Konzern gehe es glänzend, wie der Rekordgewinn und die hohe Dividende verdeutlichten.

"Jetzt sollen offensichtlich wieder die Beschäftigten die Zeche zahlen, obwohl sie dem Unternehmen bereits in den vergangenen Jahren mit ihrem Beitrag zum Beschäftigungsbündnis aus tiefroten Zahlen geholfen haben", kritisierte Treml, der auch Vize-Aufsichtratschef der DT ist.

An der Börse wurde die Nachricht - wie so oft - positiv aufgenommen. Der Kurs der lange geschundenen DT-Aktie kletterte nach Bekanntgabe der Neuigkeiten um 2,69 Prozent an die Spitze des Deutschen Aktienindex [DAX].