Deutsche Telekom baut 32.000 Stellen ab
Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Bonn mit. Zugleich solle es 6.000 Neueinstellungen geben.
Betroffen von dem Abbau ist vor allem die Festnetzsparte, deren Umsatz wegen des verschärften Wettbewerbs seit Jahren sinkt. Dort fällt jede fünfte Stelle weg. Darüber hinaus treffe es auch die IT-Sparte T-Systems und die Verwaltung.
Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Die Kosten für das Sparprogramm sollen 3,3 Milliarden Euro betragen. Die Gewerkschaft Verdi kündigte Widerstand an.
Bund soll bei Beamten nachhelfen
Der Stellenabbau erfolge über freiwillige Altersteilzeit und Abfindungen, erklärte Personalvorstand Heinz Klinkhammer. Für die Beamten des ehemaligen Staatsbetriebs sollten Gespräche mit der neuen Bundesregierung über eine Vorruhestandsregelung aufgenommen werden. Dadurch könnte die DT Kosten auf die Steuerzahler abwälzen.
Seit das Telefongeschäft vor zehn Jahren in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden war, strich der Konzern mehr als 100.000 Stellen. Die Deutsche Telekom hatte Ende Juni gut 244.000 Mitarbeiter, davon waren noch mehr als 46.600 Beamte.
Sammelklage gegen Deutsche TelekomWeiterer Abbau nicht ausgeschlossen
Der jetzige Personalabbau sei möglicherweise noch nicht abschließend. Künftige wie bestehende Beschäftigungsmöglichkeiten seien stark von Regulierungsentscheidungen abhängig.
Sollte der Aufbau eines Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetzes auf Grund von Regulierung dieses neuen Marktes gefährdet sein, drohe ein zusätzlicher Entfall von 5.000 Stellen, teilte die DT mit.
In die 32.000 Stellen sind die die rund 7.000 Stellen der Mitarbeiter der Personalserviceagentur Vivento eingeschlossen, deren Beschäftigungsverhältnisse endgültig ausgegliedert würden.
VoIP hat die Schuld
Die Deutsche Telekom begründete den Abbau mit dem technologischen
Wandel und dem harten Wettbewerb auf dem deutschen Festnetz- und
Breitbandmarkt. Der gesamte Konzern stehe vor "verschärften"
Herausforderungen, sagte Vorstandschef Kai-Uwe Ricke. Er hatte
bereits vor Monaten gewarnt, dass durch die Einführung von
Internet-Telefonie branchenweit Arbeitsplätze in Deutschland
gefährdet seien.
Immer neue Bedrohungen für TelekomsBörse reagiert positiv
Verdi-Vize Franz Treml warf der DT Verantwortungslosigkeit vor. Dem Konzern gehe es glänzend, wie der Rekordgewinn und die hohe Dividende verdeutlichten.
"Jetzt sollen offensichtlich wieder die Beschäftigten die Zeche zahlen, obwohl sie dem Unternehmen bereits in den vergangenen Jahren mit ihrem Beitrag zum Beschäftigungsbündnis aus tiefroten Zahlen geholfen haben", kritisierte Treml, der auch Vize-Aufsichtratschef der DT ist.
An der Börse wurde die Nachricht - wie so oft - positiv aufgenommen. Der Kurs der lange geschundenen DT-Aktie kletterte nach Bekanntgabe der Neuigkeiten um 2,69 Prozent an die Spitze des Deutschen Aktienindex [DAX].
