Sammelklage gegen Deutsche Telekom
Im Schadensersatzprozess tausender enttäuschter Kleinanleger gegen die Deutsche Telekom wird am Dienstg 25. Oktober vor dem Frankfurter Landgericht eine juristische Wende erwartet.
Mehrere Kläger haben bereits vor dem zweiten Verhandlungstag dem vorsitzenden Richter zugestimmt, die 15.000 [möglichen] Klagen in einem neuartigen Verfahren zu bündeln.
Nach dem am 1. November in Kraft tretenden deutschen Gesetz zum "Kapitalanleger-Musterverfahren" könnte dem Oberlandesgericht Frankfurt eine Musterklage vorgelegt werden.
Zehn Kläger
Dazu müssten sich mindestens zehn Kläger zusammenschließen, für
die übrigen wären die Entscheidungen dann verbindlich. Vor dem
Landgericht werden in erster Instanz bereits zehn ausgewählte Klagen
verhandelt.
Erster Prozesstag, Dienstag, 23. November 2004Klageflut mit 150 Mio. Euro
Der Richter hatte das Musterverfahren als einzig gangbaren Weg bezeichnet, um der Flut der Klagen mit einem geschätzten Streitwert von 150 Millionen Euro Herr zu werden. Vom ersten Verhandlungstag bis zum zweiten brauchte man deshalb fast ein Jahr.
Ein Gutachten zu den historischen Immobilienwerten der Telekom könnte Millionen kosten und gilt als größtes Prozessrisiko der von der Wertentwicklung der T-Aktie enttäuschten Anleger.
