Immer neue Bedrohungen für Telekoms
Der gesättigte europäische Telekom-Markt befindet sich zwar derzeit in einer recht stabilen Phase, doch es warten immer neue Herausforderungen und auch Bedrohungen. Auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung [OECD] sieht in ihrem aktuellen "Communications Outlook 2005" verschiedenste Gefahren für den Kommunikationssektor.
Vor allem die Internet-Telefonie [Voice over Internet Protocol, VoIP] entwickelt sich klarerweise zur Bedrohung - nicht nur für Festnetz-; sondern auch für Mobilfunkbetreiber.
Konkret wird in dem Bericht der Anbieter Skype genannt, dessen Tarife laut OECD-Vergleich um bis zu 80 Prozent billiger sind als traditionelle Festnetzarife in OECD-Ländern. Auf Pro-Kopf-Basis seien demnach Dänemark, Polen und die Niederlande die stärksten Skype-Nutzer.
Laut einer aktuellen Studie telefonieren 5,3 Millionen Menschen regelmäßig über Skype [Frühjahr 2005], etwas mehr als fünf Prozent der gesamten Download-zahlen des Programms.
Fünf Millionen nutzen regelmäßig SkypeFernsehen verliert weiter
Neben dieser immer mächtiger werdenden Gefahr aus dem Netz prognostiziert der OECD-Bericht folgende Trends für die Branche:
Im Mobilfunk werden Service-Pakete, in denen Sprach-; Video- und Datendienste integriert sind, von zunehmender Bedeutung sein.
Die immer größere Nachfrage nach Video-Downloads aus dem Internet wird die Zeit, die die Nutzer vor dem Fernseher verbringen, weiter verringern. Das wiederum bedeutet für die Rundfunkanstalten, dass sie weniger Zuschauer und in DER Folge auch weniger Werbeeinnahmen verbuchen können.
Mit der zunehmenden Verlagerung sowohl von Telefonie als auch von Fernseh- und RadioAngeboten ins Internet, die durch schnelle BreitbandAnschlüsse angetrieben wird, müsse laut OECD auch die Regulierung all dieser Angebote noch einmal überdacht bzw. überarbeitet werden.
Bei der europäischen Jugend gewinnt das Internet im Medienvergleich rasant an Bedeutung. Die 15- bis 24-Jährigen verbringen zu Gunsten des Internets weniger Zeit vor dem Fernseher, ein ähnlicher Trend wird auch bei den Erwachsenen sichtbar.
Jugendliche wechseln vom TV ins NetzJeder nascht beim anderen mit
Insgesamt sei die Situation in Europa laut dem Bericht recht verworren, weil sich unzählige Überschneidungen ergeben.
So ist zwar etwa das Festnetz durch den Mobilfunk bedroht, Service-Angebote wie frei nutzbare WLAN-Hotspots würden den 3G-Betreibern dafür wieder das Geschäft strittig machen.
