Einsparungen durch geteilte Mastennutzung
Beim künftigen Netzausbau wollen die österreichischen Mobilfunker mehr auf die maximale Effizienz und auf die ökologischen Rahmenbedingungen achten.
"Da gibt es noch genügend Spielraum, es besser zu machen als bisher", erklärte T-Mobile-Chef Georg Pölzl am Freitag im Namen der österreichischen Handynetzbetreiber.
Was die Eigentümer der Unternehmen dazu sagten, dass diese Potenziale bisher nicht genutzt worden seien, wollte Pölzl nicht kommentieren. Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll [ÖVP] meinte, auch die Eigentümer würden sich nun sicherlich freuen.
"Kernland der Republik
Die "Effizienzgewinne" wollen die Mobilfunker nach dem Pakt "auf jeden Fall an die Kunden weitergeben" - und das nicht nur an die Niederösterreicher, sondern an sämtliche österreichischen Handykunden, weil das anders gar nicht möglich wäre, erklärte Pölzl. Lakonischer Kommentar Prölls dazu: "Wir sind nicht zufällig das Kernland der Republik."
Keine Preisabsprachen
Wie hoch die Einsparungen und damit die Tarifsenkungen für die
Kunden sein werden, wollten die Mobilfunker am Freitag allerdings
nicht präzisieren. Man wolle sich nicht dem Vorwurf der
Preisabsprachen aussetzen.
Niederösterreich verzichtet auf MastensteuerNetzplanung noch nicht fix
Außerdem sei es in den nächtelangen Sitzungen der vergangenen Wochen noch nicht gelungen, "die Netzplanungen der fünf Handynetzbetreiber übereinander zu legen".
Generell meint man bei den Mobilfunkern, dass man sich mit dem Pakt, wonach der Anteil der einzeln genutzten Handymasten in Niederösterreich von zwei auf ein Drittel gesenkt und vier von fünf neuen Masten von Haus aus gemeinsam genutzt werden sollen, "extrem anspruchsvolle Ziele gesetzt" habe.
"Gleiche Kunden"
Dennoch bezeichnen auch die Handynetzbetreiber den Kompromiss als
"bahnbrechend und zukunftsweisend". "Wir haben uns darauf
verständigt, dass wir die gleichen Kunden haben, nämlich die
Bevölkerung Niederösterreichs", so Pölzl.
400 neue Handymasten in NÖGespräche in den Bundesländern
Die Erfahrungen aus den Verhandlungen mit Niederösterreich wollen die Betreiber jetzt auch in Verhandlungen mit anderen Bundesländern einbringen.
Einen Streit über die Handymasten hat es in den vergangenen Jahren vor allem auch mit Salzburg gegeben. Die Gespräche dort seien im Laufen. "Wir hoffen nach wie vor eine vernünftige Lösung zu finden, um auch dort UMTS ausbauen zu können. So weit wie mit Niederösterreich sind wir in Salzburg aber noch nicht", betonten die Mobilfunker.
Das Land Vorarlberg will seinerseits mit den Handynetz-Betreibern eine ähnliche Einigung wie in Niederösterreich treffen.
Landesrat Schwärzler [ÖVP] sagte gegenüber Radio Vorarlberg, dass in zwei Wochen die nächste Gesprächs-Runde ansteht.
Mehr dazu in oesterreich.ORF.atEU-Kommission gratuliert Pröll
Die EU-Kommission wird die Vorbereitung der Klage gegen Österreich einstellen, sobald das Gesetz über eine Handymastensteuer wieder aufgehoben ist.
Das bestätigte ein Sprecher der für Telekommunikation zuständigen EU-Kommissarin Viviane Reding. Die Kommissarin gratulierte Pröll in einer Aussendung zu der erzielten Einigung mit den Mobilfunkbetreibern im Handymasten-Streit.
Reding freut sich über den "Sieg der Vernunft" und über die "konstruktive Zusammenarbeit mit dem Land Niederösterreich in dieser wichtigen Frage", hieß es in der Aussendung. Das erzielte Ergebnis sei "ein positives Signal in ganz Europa und vorbildlich dafür, wie Politik und Wirtschaft gemeinsam zu guten Lösungen gelangen können [...] im Interesse der Bürger, niedriger Mobilfunkpreise und einer wettbewerbsfähigen Kommunikationswirtschaft".
Der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer [ÖVP] rechnet nun mit einer österreichweiten Regelung für die Nutzung von Sendeanlagen durch mehrere Handybetreiber.
Mehr dazu in oesterreich.ORF.at
