Rallye-Robot mit Augen aus Österreich
Wenn heute der Startschuss zur zweiten Ausgabe der Wüsten-Rallye "Grand Challenge" fällt, sind auch "intelligente" Augen aus Österreich mit dabei.
Für das Robot-Gefährt des US-Teams "SciAutonics" haben Wissenschaftler des Forschungszentrums Seibersdorf einen Stereo-Vision-Sensor zur Verfügung gestellt.
Die zwei Kameras des Sensors ergänzen andere Einheiten, wie etwa Laserscanner zum Abtasten der Umgebung, um die [laut Veranstalter maximal] 280 Kilometer lange Strecke durch die Wüste völlig autonom zu bewältigen.
Die 23 Finalisten des von der DARPA [Defense Advanced Research Projects Agency, die Forschungsabteilung der US-Army] veranstalteten Rennens sollten heuer deutlich besser abschneiden als bei der desaströs verlaufenen Premiere 2004.
Zwölf statt 280 Kilometer
Da hatte keines der unbemannten Roboterautos das Ziel auch nur
annähernd erreicht, der erfolgreichste Teilnehmer, ein
Robot-Geländewagen der US-Army, schaffte gerade einmal zwölf
Kilometer, bis auch er vom Kurs abkam. Das Preisgeld von einer
Million Dollar wurde 2004 daher nicht vergeben.
Robot-Desaster in der Wüste100 Millisekunden für ein Hindernis
Die Bilder des Geländes in zehn bis 40 Metern Entfernung vor dem Fahrzeug werden von dem System nahezu in Echtzeit zu einem 3-D-Bild verarbeitet. Zwischen Erkennen eines Hindernisses und Reagieren liegen etwa 100 Millisekunden.
Das Team "SciAutonics" besteht vor allem aus Mitarbeitern des Rüstungskonzerns Rockwell Scientific und der Auburn University, die bereits 2004 an dem Rennen teilgenommen haben.
"Ich habe einfach das Unternehmen angerufen und unser System angeboten", so Peter Hössl von ARC Seibersdorf.
Die dabei verwendete Technologie wurde zum Teil ursprünglich für Verkehrs- und Großanlagen-Überwachungssysteme entwickelt. Dort kommen schnelle, alarmgesteuerte Videomultiplexer für asynchrone Kameras, Livemonitoring und Bewegungsdetektion aus dem Videobild zum Einsatz.
Mit der SmartCam verwirklichte das Geschäftsfeld bereits 2003 den Prototypen einer intelligenten Kamera in Embedded-Technik, die ungewöhnliche Verkehrssituationen selbstständig erkennt.
Video- und Sicherheitstechnologie aus SeibersdorfEntwicklung für Alltagsautos
Die Erkennung der Hindernisse besorgen Algorithmen, die zusammen mit "Advanced Computer Vision" entwickelt wurden.
Die Bildverarbeitung erfolgt nicht auf einem PC, sondern in einem "Embedded System", das in einer 20 mal zehn Zentimeter großen Box Platz findet. In Zukunft werden diese 3-D-Technologien auch in normalen Autos als Fahrerassistenzsysteme zum Einsatz kommen.
Neben "SciAutonics" haben sich noch 22 weitere Teilnehmer für das Rennen qualifizieren können: Als Favoriten starten das "Team Red" der Carnegie-Mellon-Universität mit den Fahrzeugen "H1ghlander" und "Sandstorm" auf den Plätzen eins und drei und der umgebaute VW Touareg namens "Stanley" der Universität Stanford, der von Platz zwei startet.
Wer am schnellsten die rund 280 Kilometer lange Strecke in der Wüste Nevadas, die diesmal auch Tunnel und Bergpässe enthält, hinter sich bringt, dem winken zwei Millionen Dollar Preisgeld. Einzige Bedingung: Die dafür benötigte Zeit muss unter zehn Stunden liegen.
Die Finalisten der "Grand Challenge"Erst zwei Stunden vor dem Start des Rennens [15:30 Uhr] wird den Teilnehmern die Streckenführung in Form von GPS-Koordinaten bekannt gegeben.
Die "Grand Challenge"Diese Story wurde zusammen mit den Studenten des Lehrgangs Journalismus und Unternehmenskommunikation 02 an der FH Joanneum erstellt.
