Neue Vorwürfe gegen Ex-Siemens-Chef

Kolportiert
02.05.2008

Der ehemalige Siemens-Konzernchef Heinrich von Pierer wird in der Schmiergeldaffäre um das Unternehmen von mehreren Zeugen belastet.

In der Korruptionsaffäre bei Siemens häufen sich nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" [Artikel noch nicht online] die Vorwürfe gegen den langjährigen Konzernchef Heinrich von Pierer. Bei der Münchner Staatsanwaltschaft haben nach Angaben des Blattes inzwischen zwei Zeugen Von Pierer "schwer belastet".

Der frühere Vorstandschef habe Angestellte des Konzerns zu Schmiergeldzahlungen aufgefordert, lauteten die Vorwürfe. Ein dritter Zeuge solle das bestätigt haben. Von Pierer weise die Anschuldigungen zurück und beteuere weiterhin seine Unschuld.

Schadenersatz wird geprüft

Bei Siemens zeichnen sich laut "SZ" Schadensersatzforderungen gegen Von Pierer, den früheren Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger und weitere Ex-Vorstände ab. Siemens habe die auf solche Fälle spezialisierte Düsseldorfer Anwaltskanzlei Hengeler Müller eingeschaltet.

Die Kanzlei solle bewerten, ob die vorliegenden Erkenntnisse genügten, das frühere Topmanagement auf Schadensersatz zu verklagen. Dem Bericht zufolge soll die Kanzlei Forderungen gegen Von Pierer und andere Ex-Vorstände auch anhand eines Schmiergeldfalles in Italien prüfen, in dem die Mailänder Justiz Vorwürfe gegen Siemens erhoben habe.

Bei Siemens waren in den vergangenen Jahren mindestens 1,3 Milliarden Euro in dunklen Kanälen verschwunden. Ein Großteil des Geldes wurde vermutlich im Ausland als Schmiergeld eingesetzt.

(APA | dpa)