Versicherer zahlen für Siemens-Affäre

Korruption
28.04.2008

250 Millionen Euro Schaden angemeldet

Ein Versichererkonsortium unter der Führung der Allianz soll einem Zeitungsbericht zufolge für einen Teil des Schadens aufkommen, der Siemens aus der Korruptionsaffäre entstanden ist.

Die "Financial Times Deutschland" ["FTD"] berichtete am Montag ohne Angabe von Quellen, dass der Münchner Technologiekonzern einen Schaden von bis zu 250 Millionen Euro aus der Manager-Haftpflichtversicherung [D&O] angemeldet hat, die er in dieser Höhe für die Jahre 2004 bis 2007 für den Vorstand und den Aufsichtsrat abgeschlossen habe.

Allein die Allianz müsse mit bis zu 70 Millionen Euro geradestehen. Am Konsortium beteiligt seien unter anderem auch Zurich und HDI Gerling.

Forderungen an Manager

Mit D&O-Versicherungen sichern Unternehmen Führungskräfte gegen mögliche Schadenersatzansprüche ab.

Zeitungsberichten zufolge will Siemens selbst Schadenersatz von ehemaligen Managern einfordern. Der Münchener Konzern hatte die Belastungen aus der Affäre um Schmiergelder im Ausland und gekaufte Arbeitnehmervertreter zuletzt auf 1,6 Milliarden Euro beziffert.

In der Schmiergeldaffäre bei Siemens ist zuletzt auch der ehemalige Vorstandschef Heinrich von Pierer ins Visier der Ermittler geraten. Ob ein formales Ermittlungsverfahren gegen Pierer eingeleitet wird, will die Staatsanwaltschaft München noch diese Woche entscheiden.

(Reuters)