Microsoft droht neuer Ärger mit der EU
Kommissionssprecher Jonathan Todd bestätigte entsprechende Schritte, wollte aber keine näheren Angaben zum Inhalt machen oder ob es um neue Themen geht. Nicht sagen wollte er auch, wer die Beschwerden eingebracht hat.
Derzeit würde die EU die informellen Beschwerden analysieren, so Todd weiter. Eine Entscheidung über ein weiteres Vorgehen der EU gegen Microsoft werde erst nach vollständiger Analyse fallen.
Vor dem EU-Gericht in Luxemburg läuft bereits ein Verfahren, in dem Microsoft gegen Auflagen der Kommission wegen Missbrauchs der starken Stellung des Betriebssystems Windows vorgeht.
Microsoft hat mittlerweile beim Europäischen Gerichtshof Berufung gegen die Verurteilung wegen Monopolmissbrauchs eingelegt. Das Unternehmen will seine Programmcodes nicht allen Anbietern offen legen.
Microsoft beruft gegen EU-KommissionMehrere Beschwerden möglich
Gegenüber der "New York Times" [NYT] sagte die für Wettbewerb zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes, dass sie nicht eine Entscheidung im aktuellen Fall abwarten wolle, bevor die Behörde neuerlich gegen den Softwarekonzern vorgehe.
Laut Bericht geht es bei den Beschwerden um die Bündelung aktueller Programm und zukünftiger Anwendungen. Kroes wollte aber keine Details nennen. Auch im laufenden Fall hatten Wettbewerber unter anderem beanstandet, dass die automatische Bündelung von Microsofts Windows Media Player mit seinem Betriebssystem Windows den Wettbewerb behindere.
Microsoft gab gegenüber der "NYT" an, die EU-Kommission sehr genau über die Pläne des Herstellers bei neuen Technologie-Entwicklungen zu informieren. Man wolle auch in Zukunft schnell und umfassend auf jede Anfrage der EU antworten.
Die Kommission hatte gegen Microsoft wegen des Verstoßes gegen Kartellvorschriften eine Geldstrafe von 497 Millionen Euro verhängt. Außerdem verlangte sie, dass die Firma Konkurrenten Zugang zu Teilen ihrer Server-Software gewährt und das PC-Betriebssystem Windows in einer Version ohne das Multimedia-Programm Media Player anbietet.
Rekordstrafe gegen MicrosoftBehörde kämpft sich durch
Laut "NYT" kämpft die EU derzeit mit den Vorschlägen Microsoft, wie der Hersteller dem letzten Urteil Folge leisten will.
Kroes konnte demnach nicht sagen, wie lange sich ihre Behörde noch durch die Vorschläge durcharbeiten will, die bereits seit drei Monaten auf dem Tisch liegen.
Kroes gab sich jedoch zuversichtlich, dass Microsofts Verzögerungs-Taktik fehlschlagen wird. "Wir sind nicht aus dem Spiel. Wir verfolgen, was gerade passiert", so Kroes. zur "NYT".
