JoWooD-Entscheidung soll heute fallen
Um die Zukunft des schwer angeschlagenen börsennotierten steirischen Computerspiele-Herstellers JoWooD soll heute eine Vorentscheidung fallen.
Der ehemalige australische Geschäftspartner Perception hatte einen Konkursantrag gegen JoWooD eingebracht.
Heute findet laut "WirtschaftsBlatt" bereits die erste Tagsatzung am Gericht Leoben statt. JoWooD-Chef Albert Seidl bezeichnete den Konkursantrag als "Justizmissbrauch" und versicherte, dass das Unternehmen nach wie vor zahlungsfähig sei.
Zankapfel "Stargate SG-1"
JoWooD und das australische Entwicklerstudio Perception
überschlagen sich derzeit mit gegenseitigen Schuldzuweisungen in
Zusammenhang mit der Entwicklung des Spiels "Stargate SG-1".
Schlammschlacht um "Stargate SG-1"JoWooD will 5,5 Mio. Euro von Perception
Der Anwalt von Perception kündigte in der Zeitung an, er werde "offene Rechnungen in der Höhe von rund einer Mio. Euro vorlegen".
JoWooD-Chef Seidl dagegen sieht sich selbst als Gläubiger des ehemaligen Partnerunternehmens. "Perception hat in den vergangenen zwei Wochen Rechnungen geschickt, für die keine Leistungen erbracht wurden. Wir haben ein Kündigungsrecht und Anspruch auf 5,5 Mio. Euro", erklärte er vor einer Woche der "Kleinen Zeitung".
Müsste JoWooD Konkurs anmelden, wäre das laut Seidl das Ende für das Unternehmen. "Alle Verträge mit Rechten und Lizenzen würden in Sekunden dematerialisiert", erklärte Seidl in dem Interview.
16,4 Mio. Euro Verlust im ersten Halbjahr
JoWooD hat im ersten Halbjahr 2005 erneut schwere Verluste
erlitten. Der Konzernverlust betrug in den ersten sechs Monaten
dieses Jahres 16,4 Mio. Euro, nach bereits 23,1 Mio. Euro Verlusten
im Gesamtjahr 2004.
Kurssturz nach roten HalbjahreszahlenNach Bekanntgabe der Zahlen war die JoWooD-Aktie Ende der Vorwoche bis auf 0,42 Euro abgestürzt. Am Freitagabend ging die Aktie wieder mit 0,65 Euro aus dem Handel.
JoWooD - Investor RelationsRettung in Sicht?
Allerdings zeichnet sich offenbar eine Rettung ab. Der Unternehmenschef hatte zuletzt die Hereinnahme eines neuen Investors angekündigt. Laut "WirtschaftsBlatt" könnte dieser bereits im September präsentiert werden.
Im Gespräch ist demnach die an der New Yorker Börse NASDAQ notierte US-Investmentfirma Silverstar Holdings, die über eine Kapitalerhöhung frisches Geld in das Unternehmen bringen soll.
2004 setzte Silverstar laut Bericht lediglich 2,37 Mio. US-Dollar [1,93 Mio. Euro] um, lieferte dabei allerdings einen Gewinn von einer Mio. Dollar ab.
Laut Homepage legt die Firma den Fokus "auf den Erwerb von kontrollierenden Beteiligungen an schnell wachsenden, auf Lizenzgebühren beruhenden Computerspiele-Unternehmen".
Silverstar HoldingsBanken sollen Schulden nachlassen
Seidl wollte die Gespräche weder bestätigen noch dementieren. Nur so viel: "Es gibt vertrauliche Gespräche mit mehreren Investoren."
Parallel dazu will der JoWooD-Chef aber weiter mit den Banken wegen eines Schuldennachlasses verhandeln. In längstens acht Wochen soll dazu eine Entscheidung fallen.
