27.08.2005

GAMING

JoWooD-Entscheidung soll heute fallen

Um die Zukunft des schwer angeschlagenen börsennotierten steirischen Computerspiele-Herstellers JoWooD soll heute eine Vorentscheidung fallen.

Der ehemalige australische Geschäftspartner Perception hatte einen Konkursantrag gegen JoWooD eingebracht.

Heute findet laut "WirtschaftsBlatt" bereits die erste Tagsatzung am Gericht Leoben statt. JoWooD-Chef Albert Seidl bezeichnete den Konkursantrag als "Justizmissbrauch" und versicherte, dass das Unternehmen nach wie vor zahlungsfähig sei.

JoWooD will 5,5 Mio. Euro von Perception

Der Anwalt von Perception kündigte in der Zeitung an, er werde "offene Rechnungen in der Höhe von rund einer Mio. Euro vorlegen".

JoWooD-Chef Seidl dagegen sieht sich selbst als Gläubiger des ehemaligen Partnerunternehmens. "Perception hat in den vergangenen zwei Wochen Rechnungen geschickt, für die keine Leistungen erbracht wurden. Wir haben ein Kündigungsrecht und Anspruch auf 5,5 Mio. Euro", erklärte er vor einer Woche der "Kleinen Zeitung".

Müsste JoWooD Konkurs anmelden, wäre das laut Seidl das Ende für das Unternehmen. "Alle Verträge mit Rechten und Lizenzen würden in Sekunden dematerialisiert", erklärte Seidl in dem Interview.

Rettung in Sicht?

Allerdings zeichnet sich offenbar eine Rettung ab. Der Unternehmenschef hatte zuletzt die Hereinnahme eines neuen Investors angekündigt. Laut "WirtschaftsBlatt" könnte dieser bereits im September präsentiert werden.

Im Gespräch ist demnach die an der New Yorker Börse NASDAQ notierte US-Investmentfirma Silverstar Holdings, die über eine Kapitalerhöhung frisches Geld in das Unternehmen bringen soll.

2004 setzte Silverstar laut Bericht lediglich 2,37 Mio. US-Dollar [1,93 Mio. Euro] um, lieferte dabei allerdings einen Gewinn von einer Mio. Dollar ab.

Banken sollen Schulden nachlassen

Seidl wollte die Gespräche weder bestätigen noch dementieren. Nur so viel: "Es gibt vertrauliche Gespräche mit mehreren Investoren."

Parallel dazu will der JoWooD-Chef aber weiter mit den Banken wegen eines Schuldennachlasses verhandeln. In längstens acht Wochen soll dazu eine Entscheidung fallen.