Kurssturz nach roten Zahlen
JoWooD musste im ersten Halbjahr 2005 erneut schwere Verluste hinnehmen.
Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, betrug der Konzernverlust in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 16,4 Mio. Euro.
Laut Management ist ein "unmittelbarer Handlungsbedarf in Bezug auf die Bilanzstruktur gegeben". Das Eigenkapital beträgt nach den hohen Verlusten nur noch 752.000 Euro, die Eigenkapitalquote nur noch vier Prozent.
Der Umsatz ging im ersten Halbjahr 2005 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 7,3 auf 4,6 Mio. Euro zurück. Diese Umsatzerlöse stammen ausschließlich aus dem Verkauf von bereits im Vorjahr veröffentlichten Titeln [Back-Katalog].
Neue Spiele, für die in den vergangenen Monaten neue Vertriebsverträge abgeschlossen worden seien, würden erst im vierten Quartal 2005 beziehungsweise in den ersten Quartalen des Jahres 2006 erscheinen, so das Unternehmen.
JoWooD stürzt unter einen EuroAltlasten belasten
Grund für den neuerlich hohen Konzernverlust waren laut Unternehmen Altlasten aus dem Vorjahr.
Restrukturierungsmaßnahmen wie Studioschließungen, Abfindungszahlungen, Lagerwertausgleiche und sonstige außergewöhnlichen Aufwendungen haben das Ergebnis gemäß der Bilanz alleine mit elf Mio. Euro belastet.
Allerdings war auch der operative Cash-Flow im Halbjahr mit minus 523.000 Euro wieder negativ, nachdem das Unternehmen mit einem operative Cash-Flow von plus 544.000 im ersten Quartal 2005 noch positiv gewirtschaftet hatte.
Aktie sackt weiter ab
Vor Veröffentlichung der Zahlen wurde die Aktie am Donnerstag vom
Handel ausgesetzt. Davor notierte das Papier bei 61 Cent,
unmittelbar danach verlor es weiter um 20 Prozent.
Der Verlauf der AktieInvestoren sollen helfen
Um die Zukunft zu sichern, will Vorstand Albert Seidl in den kommenden zwei Monaten Investoren hereinholen.
Weiters will man sich über die anstehenden Lagerwertausgleiche, die sich in Summe auf mehr als vier Mio. Euro belaufen, mit Kunden vergleichen, sagte Seidl am Donnerstag.
Für das Gesamtjahr 2005 wollte Seidl keine Prognose abgeben, da man mitten in der Flurbereinigung stecke. Schwarze Zahlen im operativen Bereich seien aber nicht ausgeschlossen, so Seidl.
Die knapp mehr als 60 Mitarbeiter müssten sich daher auch nicht um ihren Arbeitsplatz Sorgen machen, der Personalstand soll bis Jahresende gehalten werden.
