Musik-Abo oft teurer als Song-Einzelkauf
Bereits seit Mai bietet der Portalbetreiber Yahoo mit dem Service "Music Unlimited" Musik-Downloads im Abo an und hat dabei die Preise auf dem Markt gehörig aufgemischt. Wer das Service auf ein Jahr abonniert, bezahlt 60 Dollar, auf Monatsbasis fallen 6,99 Dollar an.
Beim Start von "Music Unlimited" wurden diese Preise als vorläufig angekündigt, nun hat sich Yahoo jedoch entschlossen, diese Preispolitik beizubehalten und sein Service ab sofort auch massiv zu bewerben, um sich zum "Standard-Online-Service" auf dem Markt zu entwickeln.
Denn die Zukunft von Online-Musik liegt im Abo-Modell und nicht in den von Apple mit iTunes propagierten Einzel-Downloads, sind sich Yahoo und viele Marktforscher einig.
Auch Konkurrenten wie Napster, Real Networks' Rhapsody und Ruckus setzen auf den monatlichen Pauschalpreis für quasi unbegrenztes Angebot. Preislich liegen die Mitbewerber aber mit Angeboten ab zehn Dollar über Yahoo.
Unis züchten legale TauschbörsennutzerWer brennen will, muss extra brennen
Doch der Pauschalkauf von Musiktiteln ist nicht ohne Tücken und ein wichtiges Detail wird gerne verschwiegen: Wer ein solches Musik-Service abonniert, besitzt die Musik nicht, sondern mietet sie nur.
Solange die Gebühren bezahlt werden, macht das auch keinen Unterschied. Sobald man das Abo jedoch stoppt, wird die heruntergeladene Musik unbrauchbar.
Zudem fallen jede Menge Extra-Gebühren an: Will man die Songs auf CD brennen, muss für jeden Titel [ab 88 Cent] erneut bezahlt werden. Auch die Möglichkeit, die Songs auf einen portablen Musikplayer zu überspielen, wird extra verrechnet.
Dadurch werden die Abo-Modelle um einiges unattraktiver, als sie auf den ersten Blick wirken.
Zusätzlich ist es für die Nutzer nicht einfach, den Überblick über die verschiedenen Angebote zu behalten.
Downloads lassen sich nicht auf allen MP3-Playern
abspielen
Die Nutzer sind vom Angebot der Online-Musikshops zunehmend
frusriert. Daran ist zum einen die Formatvielfalt schuld, die für
Verwirrung sorgt. Verschiedene DRM-Systeme, die größtenteils
inkompatibel zueinander sind und jeweils nur auf ausgewählten
Musik-Playern funktionieren, sorgen für zusätzliche Verärgerung.
Online-Musik-Shops frustrieren UserApple setzt auf 99-Cent-Songs
Sogar Apple, das mit dem 99-Cent-pro-Download-Ansatz die Marktführerschaft in der Online-Musik erlangt hat, soll sich bereits Gedanken über ein iTunes-Abo gemacht haben.
Steve Jobs betonte zwar zuletzt, dass es keine konkreten Pläne für ein solches Angebot gebe, in Anbetracht der wachsenden Zahl potenzieller Konkurrenten wie Amazon will das Unternehmen aber wohl alle Möglichkeiten in Betracht ziehen.
Letztlich fährt Apple mit dem iTunes Music Store aber ganz gut. Über 500 Millionen Songs wurden weltweit bisher verkauft, immer mehr Länder werden erschlossen - zuletzt auch Japan.
Im Unterschied zu den anderen Anbietern hat Apple jedoch auch relativ wenig Interesse, Musik zu verkaufen. Das Produkt, mit dem Apple derzeit am meisten Geld verdient, ist schließlich der iPod.
