Fünf Jahre Haft für Ex-WorldCom-CFO
Drei Jahre nach der Milliardenpleite des US-Konzerns WorldCom ist der ehemalige Finanzvorstand Sullivan nun wegen seiner Rolle in dem größten Bilanzfälschungsskandal der US-Geschichte zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.
Damit verhängten die Richter gegen Sullivan die bisher zweithöchste Haftstrafe in dem Betrugsskandal.
Weitaus länger muss der frühere Firmenchef Bernard Ebbers in Haft. Er wurde im Juli wegen schweren Betrugs zu 25 Jahren Haft verurteilt.
Sullivan kam mit einer wesentlich milderen Strafe davon, weil er sich des Betrugs und der Verschwörung für schuldig bekannt und mit der Staatsanwaltschaft kooperiert hatte.
Zudem trat er im Prozess gegen Ebbers als Kronzeuge der Anklage auf.
25 Jahre Haft für Ex-WorldCom-Chef"Architekt des Betrugs"
Sullivan gilt als zentrale Figur hinter den Bilanzschwindeleien in Höhe von schätzungsweise elf Mrd. Dollar [8,9 Mrd. Euro].
"Ich habe schreckliche Entscheidungen getroffen", so Sullivan. Die Vorsitzende Richterin Barbara Jones bezeichnete Sullivan als "Architekten des Betrugs".
Der Skandal hatte vor drei Jahren ein Erdbeben an den Börsen ausgelöst. Die WorldCom-Aktie stürzte um mehr als 90 Prozent ab, Anleger verloren Milliarden und 20.000 Beschäftigte ihre Jobs.
Sullivan soll seine Haft am 11. November antreten.
Aus WorldCom wurde MCI
Heute ist das in MCI umbenannte Unternehmen aber fast wieder aus
den roten Zahlen und steht vor der Übernahme durch den Konkurrenten
Verizon, der damit gegen AT&T seine Spitzenstellung auf dem
US-Telefonmarkt verteidigen will.
Bieterschlacht um Telekom-Riesen
