Bieterschlacht um Telekom-Riesen
Der amerikanische Telefonkonzern Qwest dürfte seine Kaufofferte für den Telekom-Riesen MCI auf 8,45 Milliarden Dollar [6,4 Mrd. Euro] aufstocken.
Die neue Qwest-Offerte werde 26 Dollar je MCI-Aktie betragen, davon elf Dollar je Aktie in bar, berichtete die "New York Times" am Donnerstag online. Qwest hatte zuvor acht Milliarden Dollar geboten - 24,60 Dollar je Aktie mit 9,10 Dollar Baranteil.
Verizon bietet 6,75 Mrd. Dollar
Der finanzstärkere amerikanische Telefonriese Verizon hatte 6,75
Milliarden Dollar für MCI offeriert. MCI hatte dieses niedrigere
Angebot vorgezogen, doch hatten die MCI-Großaktionäre eine
Überprüfung der höheren Qwest-Offerte durchgedrückt.
Bieter-Match um MCI geht weiterQwest mit hoher Schuldenlast
Wieso Qwest dank seines höheren Angebots noch nicht automatisch den Zuschlag erhalten hat, liegt in der Bonität des Telekom-Uternehmens. Die Schuldenlast ist mit 17,3 Milliarden Dollar extrem hoch. Gleichzeitig wird das Unternehmen von einigen Rating-Agenturen als "Junk" geführt.
Das macht es Qwest schwer, neue Kredite aufzunehmen. Das würde im Falle einer Übernahme von MCI aber bedeuten, dass etwaige Expansionspläne nicht finanziert werden können.
MCI selbst war saniert aus dem ehemaligen Telekommunikationsunternehmen WorldCom hervorgegangenen. WorldCom war in den schlimmsten US-Bilanzbetrug in Höhe von elf Milliarden Dollar verwickelt und hatte das größte Insolvenzverfahren durchgemacht.
Ex-WorldCom-Chef schuldig gesprochen
Der ehemalige WorldCom-Chef Bernie Ebbers ist in dieser Woche
wegen des Bilanzbetrugs für schuldig befunden worden. Ihm drohen bis
zu 85 Jahre Gefängnis.
Ex-WorldCom-Chef schuldig gesprochen
