18.07.2005

INFINEON

Bestechungsverdacht erhärtet sich

"Nach vorsichtiger Bewertung der bisherigen Ermittlungsergebnisse hat sich der Verdacht der Zahlungen bestätigt", erklärte der leitende Münchner Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld am Montag in München.

Demnach bekam Zitzewitz von dem Betreiber der Schweizer Sponsoring-Agentur BF Consulting zwischen 2002 und 2004 insgesamt 259.000 Euro. Nach den Ermittlungen ist auch der frühere Chef der Infineon-Speichersparte, Harald Eggers, der Schmiergeldannahme überführt. Eggers bekam demnach 50.000 Euro.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Freitag in Zusammenarbeit mit dem bayerischen Landeskriminalamt und Steuerfahndern in Deutschland und der Schweiz wegen des Verdachts 15 Wohnungen und Büros durchsucht.

Schadenersatz für Infineon?

Infineon-Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley wies den Vorwurf zurück, den Skandal unter den Teppich gekehrt zu haben. Schon im vergangenen Jahr habe Schumacher Vorwürfe gegen Zitzewitz erhoben, so Kley. Der Aufsichtsrat habe sowohl intern als auch durch Externe Ermittlungen eingeleitet, Beweise seien damals aber keine gefunden worden.

Der Chef von BF Consulting, Udo Schneider bestreitet Schmiergelder an Zitzewitz und Eggers gezahlt zu haben. Es habe mit Infineon einen einen Vertrag für Sportveranstaltungen weltweit gegeben, dabei seien die üblichen Provisionszahlunge geflossen. Ob der jeweilige Empfänger berechtigt war, diese anzunehmen müsse die Staatsanwaltschaft beurteilen, so Schneider.

Ein Nachfolger für Zitzewitz ist bisher nicht gefunden. Infineon-Chef Wolfgang Ziebart übernimmt die Verantwortung für den Speicherchip-Bereich, die bisher Zitzewitz hatte, vorerst kommissarisch. Infineon prüft unterdessen mögliche Schadenersatzansprüche.