Die vernetzte Video-Überwachung kommt
"Robust und schlagfest" muss das Gehäuse sein und in ein 19-Zoll Rack passen. Auf vier Kanälen [Minimum] müssen jeweils 72 Stunden Aufzeichnungen nach der PAL-Norm im Bildformat 720 x 576, bei 25 Vollbildern pro Sekunde möglich sein, so schreibt es das Angebotsblatt des Bundesministeriums für Inneres vor.
Die Ausschreibung für 20 digitale Video-Aufzeichungssysteme im Stationär-Einsatz enthält noch zahlreiche weitere "Musts", deren Nichterfüllung mit Ausscheiden aus dem Bieterrennen bestraft wird. Nach einem Stromausfall muss das System beispielsweise von selbst wieder starten und die Aufzeichnung nach den programmierten Parametern fortsetzen können.
An Ein- und Ausgängen sind Pflicht: S-Video, BNC, Firewire, USB und - eine Netzwerkkarte 100 Mbit/sec. Dazu wird ein "Steuereingang für einen externen Melder" ebenso gewünscht wie ein "Alarmausgang", über den Statusmeldungen des Systems an eine Zentrale gehen, alternativ dazu werden diese Meldungen auch als SMS akzeptiert.
Modernste Überwachung für den KarlsplatzVernetzt und ferngesteuert
Zählt man diese Spezifikationen einmal zusammen, dann kommt dabei ein System heraus, das über TCP/IP vernetzt und weitgehend fernsteuerbar ist. Sowohl die Pflicht zum automatischen Selbststart wie die zahlreichen Remote-Funktionen, die sich hinter der Spezifikation verbergen, legen nahe, dass die Daten aus diesen 20 stationären Überwachungssystemen in einer Zentrale zusammenkommen.
Was an intelligenteren Features vorgeschrieben ist, läßt ebenfalls auf die Anwendung in einem Netzwerk mit Fernauswertung - etwa im Innenministerium - schließen. Mit dem Pflichtfeature der "Bewegungserkennung" samt definierbarer Vor- und Nachlaufzeit lässt sich auch von ferne die Erfassung, Archivierung und Übertragung der "interessanten" Bildsequenzen steuern.
Dazu kommen Bildsuchfunktionen für das Archiv, dessen Auswertung auf einem Windows PC [Win2K, XP] möglich sein muss - außerdem wird eine deutschsprachige Bedienungsanleitung unter den "Musts" geführt.
Die Anlage am SchwedenplatzVideo-Überwachung - "State of the Art"
Die Spezifikationen für die 20 ebenfalls ausgeschriebenen mobilen Anlagen sind naturgemäß etwas einfacher gestrickt als jene für die stationären.
Klar ist jedenfalls, dass mit den neuen, digitalen Systemen eine neue Ära der Videoüberwachung heraufdämmert, die den schlichten Analog-Anfängen wie etwa am Schwedenplatz bald den Garaus machen wird.
Bewertet werden die Angebote mittels eines Kombinationssystems aus Punktevergabe und Berechnungsformeln, auch Verbalbeurteilungen durch die Kommission können einfließen.
Die Ausschreibung läuft noch bis 16. August
