07.07.2005

UMDENKEN

Nutzer reagieren auf Spyware-Bedrohung

In den vergangenen Jahren haben viele Nutzer ungewollt einen Crash-Kurs in Sachen PC-Sicherheit erhalten: Die Flut an Viren und Würmern führte bei vielen zum Totalabsturz, bis dahin war den meisten Nutzern gar nicht bewusst, welche Gefahren im Netz auf sie lauern.

Auch wenn großflächige Virenbefälle durch das verbesserte Sicherheitsdenken der Nutzer eingedämmt werden konnten, so ist ein neues, weniger auffälliges Problem an deren Stelle getreten: Spyware, die sich meist unbemerkt auf Rechnern installiert und schwer wieder los zu werden ist.

Neun von zehn Internet-Nutzern in den USA haben ihre Online-Gewohnheiten zur Vermeidung von Spyware und anderen Schädlingen geändert, wie das Pew Internet and American Life Project in einer aktuellen Studie herausgefunden hat, für die 1.336 erwachsene US-Nutzer befragt wurden.

Auch wenn viele User den Begriff Spyware nicht genau definieren können, so konnten sie auf ihren Rechnern sehr wohl deren Auswirkungen wie etwa langsame Reaktion, häufiges Einfrieren oder Abstürzen bemerken.

Konsequenzen der User

81 Prozent der Nutzer haben sich etwa das sorglose Öffnen von E-Mail-Attachments abgewöhnt, wenn sie sich nicht völlig sicher sind, dass diese aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammen. 48 Prozent gaben, an bestimmte Websites nicht mehr zu besuchen, von denen sie vermuten, dass sie ungewünschte Programme auf ihren Rechnern hinterlassen.

Rund 25 Prozent der Nutzer haben der Studie zufolge sogar aufgehört, Musik und Videos von P2P-Plattformen herunterzuladen, 18 Prozent gaben an auf einen anderen Browser umgestiegen zu sein, um Spionage-Programmen aus dem Weg zu gehen.

AOL und die National Cyber Security Alliance fürhrten im Oktober 2004 eine Studie durch, bei der 53 Prozent der Befragten angaben, schon einmal mit Spyware in Berührung gekommen zu sein, ein Scan der betreffenden Rechner ergab, dass sogar 80 Prozent der Studienteilnehmer mit Spyware infiziert waren.

Größte Bedrohung 2005

IT- und Sicherheitsbeauftragte in US-Unternehmen schätzen Spyware als das größte Sicherheitsrisiko des Jahres 2005 ein. Zu diesem Ergebnis kam zu Jahresbeginn eine Umfrage des IT-Sicherheitsexperten WatchGuard Technologies.

Dabei stuften 67 Prozent der befragten IT-Experten Spyware als größte Gefahrenquelle für das Unternehmen ein, während nur 23 Prozent Viren und zehn Prozent Phishing-Attacken als Risikofaktor sahen.

Bei den Mitarbeitern sei das Bewusstsein für die neuen Gefahren noch nicht gut entwickelt. So meinte die Hälfte der befragten IT-Experten, dass nicht einmal ein Viertel der Mitarbeiter in ihren Betrieben die Gefahr durch Spyware kennen.