Förderungen sollen Digitalkinos ankurbeln
Digitales Kino wartet bereits seit einigen Jahren auf seine flächendeckende Einführung. Neben der lange Zeit vergeblichen Einigung auf einen gemeinsamen Standard ist bis heute die Kostenfrage das größte Hindernis.
Die Kinobetreiber wollen die hohen Anschaffungskosten für Digital-Projektoren auf die Filmstudios abwälzen und umgekehrt. Dabei liegt der größte Nutzen der Technologie bei den Studios, die digitale Filme einfach und kostengünstig über das Internet vertreiben können.
Für den Kinobesucher liegt der Vorteil der digitalen Technik in erster Linie in der Bildqualität.
Um die Pattstellung nun aufzuheben und dem digitalen Kino doch noch zum Durchbruch zu verhelfen, versucht die Filmindustrie das Geschäft endlich auf eigene Kosten ins Laufen zu bringen.
Als erstes Land der Welt passt Irland die Technik sämtlicher Lichtspieltheater dem digitalen Zeitalter an. Die rund 515 Kinosäle der insgesamt 105 Filmpaläste landesweit werden binnen eines Jahres mit digitalen Filmprojektoren ausgestattet.
Irland ist Europas Vorreiter bei Digitalkinos100 Kinos werden ausgerüstet
So haben am Dienstag Mediengigant Disney und Technologieexperte Dolby eine Kooperation bekannt gegeben, im Rahmen derer bis zum Herbst 100 US-Kinos mit digitalen Systemen ausstatten werden.
Wie viel sich die Unternehmen den Digital-Push kosten lassen, wurde nicht bekannt, allein die notwendigen Projektoren kosten aber rund 100.000 Dollar. Dolby liefert dabei die notwendigen Server.
Disney und Dolby planen, die Systeme in den 25 größten US-Städten bis 4. November installiert zu haben, rechtzeitig zur Veröffentlichung des Disney-Animationsfilms "Chicken Little", der mit visuellen Effekten von George Lucas' Produktionsfirma Industrial Light & Magic hergestellt wurde.
Welche 100 Kinos sich über eine Gratis-Digitalausrüstung freuen dürfen, wurde vorerst nicht bekannt.
Derzeit werden noch für jedes einzelne Kino Abzüge der Filme für die Vorführung hergestellt. Mit der neuen Technologie muss nur noch ein einziges digitales Masterfile produziert werden und an die Kinos über ein Netzwerk gesendet werden. Die Datei würde dann einen Kopierschutz beinhalten und auf den jeweiligen Servern gespeichert werden.
Ein Standard für digitales KinoFinanzielle Förderung
Die Filmindustrie scheint immer mehr einzusehen, dass Digitalkinos ohne ihr Zutun keine Zukunft haben.
Anfang Juni stellten etwa der Technologie-Provider Access Integrated Technologies und der Projektor-Hersteller Christie Digital Systems ihre Pläne für eine finanzielle Förderung der Installationen vor.
Kürzlich präsentierten auch Kodak und der belgische Projektor-Bauer Barco neue digitale Systeme.
