Digitales Kino erhält neuen Standard
Nach langem Hin und Her hat sich die US-Filmindustrie auf einen Standard für digitales Kino geeinigt.
Wie die Industriegruppe Digital Cinema Initiatives LLC mitteilte, haben sich die großen Hollywood-Studios auf die wichtigsten technischen Spezifikationen für digitale Filmprojektoren festgelegt.
Der formale Industriestandard wird am 30. September in der Version 5.0 der freiwilligen DCI Technical Specification vorliegen.
Die Einigung auf einen Standard erlaubt es Herstellern digitaler Filmprojektoren, die Entwicklung und Produktion voranzutreiben.
Gleichzeitig erreicht aber auch der Streit über die Finanzierung der Digitalisierung seinen Höhepunkt.
Die Digital Cinema Initiatives wurde 2002 von Disney, 20th Century Fox, MGM, Paramount, Sony Pictures, Universal Pictures und Warner Bros gegründet.
Digitales Kino in den StartlöchernStreit um Finanzierung
Die technologischen Grundlagen für die Umsetzung der digitalen Projektion sind bereits seit Jahren vorhanden, aber inkompatible Formate und teure Hardware machten die flächendeckende Einführung bis dato unmöglich.
Zurzeit sind nur wenige Kinos mit digitalen Projektoren ausgestattet. Die Kosten für die Digitalisierung eines Kinos liegen bei mehr als 100.000 Dollar pro Leinwand. Das können sich vor allem kleinere Kinos nicht leisten.
Die Kinobetreiber meinen daher, dass die Studios die Kosten tragen sollten, weil sie beim Vertrieb ihrer Filme auch am meisten einsparen. Auch eine teilweise Übernahme der Digitalisierungskosten durch die Studios scheint den Kinobetreibern angesichts der geringen Halbwertszeit digitaler Technik zu wenig.
Die Studios halten dem entgegen, dass Kinos ihr Publikum verlieren werden, wenn sie nicht auf digitalen Betrieb umstellen.
Derzeit werden noch für jedes einzelne Kino Abzüge der Filme für die Vorführung hergestellt. Mit der neuen Technologie muss nur mehr ein einziges digitales Masterfile produziert werden und an die Kinos über ein Netzwerk gesendet werden. Die Datei würde dann einen Kopierschutz beinhalten und auf den jeweiligen Servern gespeichert werden. Die Vorführung in den Kinosälen erfolgt dann via digitaler Projektoren.
Digitalfilme halten Einzug in KinosJPEG ist Format der Wahl
Neben den Einsparungen durch diese neue Technologie würde sich auch die Qualität des vorgeführten Bildmaterials um ein Vielfaches verbessern.
Brancheninsider sind der Meinung, dass die Tatsache der Zustimmung seitens vieler Filmstudios alleine den starken Willen für eine Veränderung zeigt.
Ein Verlierer in diesem Innovationszyklus wird jedoch Microsoft sein. Der Computerkonzern hatte bereits versucht, mit der Videotechnologie Windows Media 9 ein leistungsfähiges Modell anzubieten, das bisher in der Praxis auch vereinzelt angewendet wurde.
Aber seitens des DCI wurde bekannt, dass das "JPEG 2000 Video"-Format aus mehreren Gründen attraktiver ist.
