Öko-Design gegen Elektromüll
Dass Elektromüll zum immer größeren Umweltproblem wird, ist lange bekannt. 80.000 Tonnen Elektroschrott fallen jährlich allein in Österreich an.
Um das rasante Wachstum der Müllberge aus Bildschirmen, Handys, Druckern, Scannern wieder in den Griff zu bekommen, setzen immer mehr Hersteller auf umweltfreundliche Bauteile aus erneuerbaren Rohstoffen.
So hat der japanische Hersteller NEC bereits Notebook-Teile aus hanfähnlichen Kenaf-Fasern im Programm, biologisch abbaubare Handygehäuse aus einer Mais-Kenaf-Mischung sollen nun folgen.
"Wir versuchen den Anteil erneuerbarer Rohstoffe sukzessive zu erhöhen", so NEC-Sprecher Ralf Wolf im Gespräch mit futurezone.ORF.at.
Handys mit kürzester Lebensdauer
Mobiltelefone sind jene elektronischen Geräte, die von ihren
Besitzern am häufigsten gegen neuere Modelle ausgetauscht werden. In
diesem Jahr landen allein in Europa 100 Mio. Handsets im Müll.
Umweltschäden durch HandyschrottHanfplantagen von NEC
Gemeinsam mit der Bekleidungsfirma Unitika hat NEC ein nahezu voll kompostierbares Material aus einem Maisharz und den hanfähnlichen Kenaf-Fasern entwickelt.
NEC baut die Pflanze sogar teilweise selbst auf Farmen an.
Die größte Herausforderung bestand darin, die entsprechende Hitze- und Stoßfestigkeit zu gewährleisten.
Zum Einsatz kommen soll der neue Stoff, der zu 90 Prozent pflanzlich ist, bei Handyhüllen. Erste Bio-Handys sollen binnen eines Jahres auf den Markt kommen.
Wie lange die Kenaf-Hüllen auf dem Komposthaufen zum Verrotten benötigen, ist nicht bekannt.
Sonnenblumen wachsen aus Handyhüllen
Britische Forscher haben unterdessen Handygehäuse aus einem
biologisch abbaubaren Polymer entwickelt, die sich nach dem
Wegwerfen in eine Pflanze verwandeln. Möglich macht das ein
Blumensamen, der in die Hülle integriert ist.
Briten entwickeln kompostierbares HandyKunststoff aus dem Schlachthof
Auch CD- und DVD-Rohlinge aus Mais von Sanyo beziehungsweise Pioneer sind in Japan bereits auf dem Markt.
Ein US-Forscher will unterdessen im Inneren von Computern für Umweltschutz sorgen und Computerplatinen aus Sojabohnenöl und Hühnerfedern herstellen.
Auch Dächer, Bürotrennwände und Armaturenbretter könnten aus dem leichten und stabilen Hühnerfeder-Kunststoff produziert werden.
Genug Federn gäbe es, jährlich fallen in den USA bei der Schlachtung von Hühnern über zwei Millionen Tonnen Federn ab.
Statt wie bisher auf Erdöl- sollen die neuen Komponenten auf Keratin-Basis produziert werden.
Leiterplatten aus HühnerfedernChips und Prozessoren ohne Schwermetall
Eine EU-Richtlinie verpflichtet alle Mitgliedsstaaten ab Juli
2006 bei Elektronik zu einem Verzicht auf gefährliche Inhaltstoffe
wie Cadmium und Blei.
Bleifreies Rechnen in Sicht
