Microsoft begibt sich an die Virenfront
Lange Zeit musste sich der Softwarehersteller Microsoft den Vorwurf gefallen lassen, zu wenig gegen die Angreifbarkeit seiner Software durch Viren zu tun.
Mit dem Service Pack 2 für Windows XP letztes Jahr führte der Hersteller eine verbesserte Firewall ein, danach folgten kleinere Programme zur Entfernung von Spyware und Viren und nun will der Hersteller endgültig groß ins Anti-Viren-Geschäft einsteigen.
Sein Programm "Windows OneCare" soll schon ab diesem Jahr als Aboservice Windows-Rechner [vorerst nur Windows XP mit Service Pack 2] gegen Computerviren und Spyware schützen.
Zuerst soll das Programm bei den 60.000 Microsoft-Angestellten getestet werden, die diese Woche bereits beliefert werden, gab der Hersteller bekannt. Im Sommer sollen dann Einladungen zur einer erweiterten Testphase folgen.
Bereits seit drei Jahren bastelt Microsoft an einem eigenen Virenschutzprogramm, 2003 übernahm der Hersteller dazu unter anderem den rumänischen Anti-Viren-Spezialisten GeCAD Software.
Erste Details zu MS Antiviren-PlänenDiagnose und Wartungstool
Wann die Software auf den Markt kommen soll, darauf wollte sich Microsoft nicht festlegen. Microsoft wolle sich Zeit lassen, so Ryan Hemlin vom MS Technology, Care and Safety Team. "Wir wollen sich sein, dass wir es beim ersten Mal richtig machen." Preise wurden ebenfalls noch keine genannt.
Windows OneCare soll unter anderem eine Zwei-Wege-Firewall beinhalten. Grün zeigt dabei an, dass keine Probleme entdeckt wurden. Gelb bedeutet geringer gewertete Probleme [wie Backup-Bedarf bei einigen Files]. Rot schließlich signalisiert ein Virus oder andere kritische Gefahren mit Handlungsbedarf.
Die Software soll weiters periodisch unter anderem zum Aufräumen der Festplatte eingesetzt werden können, auch die Reparatur von Files und Defragmentierung soll damit möglich sein.
Der Service überwacht auch konstant die Dauer des Startvorgangs, um mögliche Probleme, die die Maschine verlangsamen, aufzuspüren. Die Backups sollen zudem damit auch auf CD oder DVD gebrannt werden können.
Microsoft soll bei seinen Leisten bleibenAngriff auf Symantec & Co.
Bis dato hat Microsoft das Geschäft mit der Viren-Bedrohung Herstellern wie Symantec oder Sophos überlassen. Vor allem Symantec hat in den letzten Jahren von der steigenden Nachfrage nach seinen Produkten profitiert und konstant höhere Umsätze und Gewinne verbucht.
Symantec selbst sieht sich ausreichend gerüstet, um Microsoft beim Virenschutz Paroli bieten zu können. Die Firma sei seit 15 Jahren der führende Anbieter von wirksamem Virenschutz, so der Hersteller in einem Statement.
Für Microsoft verspricht der Einstieg ins Anti-Viren-Geschäft nicht nur profitabel zu werden. Mit einer eigenen Virenschutz-Software kann der Hersteller auch besser argumentieren, wenn es wieder um den Vorwurf geht, Microsoft mache zu wenig für den Schutz seiner Kunden.
Der Wettlauf hat schon begonnen
Erst diese Woche startete auch in Österreich die von Microsoft
angeregte Initiative "Sicher-Im-Internet". Zumindest auf der Website
ist auf den ersten Blick kein Link oder Hinweis zu einem Hersteller
von Anti-Viren-Software auffindbar, nur Computer Associates nimmt an
der Initiative teil.
Initiative für mehr Sicherheit im Netz
Windows OneCare
