Preisrutsch auf der "letzten Meile"
Mit ihrer Gebührenerhöhung für die "letzte Meile" ist die Deutsche Telekom [DT] an der Regulierungsbehörde gescheitert. Die Wettbewerbshüter für Telekom und Post haben am Freitag in Bonn die von der DT beantragte Erhöhung der monatlichen Miete für den Zugang zum Endverbraucher im Ortsnetz abgeschmettert. Die DT muss die Preise für ihre Konkurrenten ab April um zehn Prozent senken.
Die DT, die im Ortsnetz praktisch noch über ein Monopol verfügt, hatte eine Erhöhung der monatlichen Gebühr von derzeit 11,80 Euro auf 17,40 Euro beantragt. Stattdessen verfügte der Regulierer eine Preissenkung auf 10,65 Euro. Zuletzt hatte die Behörde im Mai 2003 die monatliche Miete für die "letzte Meile" von 12,48 Euro auf 11,80 Euro gesenkt.
Mit 10,65 Euro liegt der Mietpreis für entbündelte Leitungen nun deutlich unter den 10,90 Euro, die von alternativen Netzbetreibern in Österreich monatlich pro Leitung an die Telekom Austria bezahlt werden müssen. Anfragen um Stellungnahmen bei der RTR, Telekom Austria und dem Verband der alternativen Netzbetreiber laufen.
Im Februar hatte Telekom-Austria-Vorstand Rudolf Fischer die Anhebung von Einmal-Gebühren und Leitungsmieten für alternative Betreiber auf das Niveau von EU-Spitzenreitern wie England und Finnland gefordert.
TA fordert mehr Geld für entbündelte Leitungen"Sachgerecht und kostenorientiert"
Der Präsident der deutschen Regulierungsbehörde bezeichnete den neuen Preis als "sachgerecht und kostenorientiert" und als "Garant für einen langfristig angelegten und stabilen Wettbewerb im deutschen Telekommunikationsmarkt".
Die DT bedauerte die Senkung der Anschlussmiete über die Telefonleitung zum Endkunden. "Wir können nicht nachvollziehen, dass vom Regulierer unsere nachgewiesenen Kosten nicht akzeptiert wurden", sagte ein Sprecher der Deutschen Telekom am Freitag.
Die DT-Konkurrenten begrüßten die Entscheidung im Grundsatz. Die Weichen für mehr Wettbewerb seien gestellt worden, erklärte der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten [VATM]. Allerdings bleibe der neue Preis hinter den Erwartungen der Anbieter zurück. Die Wettbewerber hatten eine Senkung der Miete auf deutlich unter zehn Euro gefordert.
Die österreichische Regulatierungsbehörde hatte erst vor zwei Wochen den Forderungen der alternativen Netzbetreiber zur Senkung der Miete für entbündelte Leitungen eine klare Absage erteilt.
Keine Hinweise auf Senkung
Die RTR folgte in ihrer Argumententation, die Entbündelungsmieten
in Österreich lägen mit monatlich 10,90 Euro unter dem EU-Schnitt,
der Telekom Austria. Dieser Preis müsse kostenbasiert sein und da
gebe es eben "keine Hinweise, die eine Senkung rechtfertigen"
würden, sagte Georg Serentschy, Geschäftsführer der RTR für den
Telekom-Bereich.
Regulator verbilligt Leitungsmieten nicht
