12.04.2005

ADSL, XDSL & CO.

Regulator verbilligt Leitungsmieten nicht

Serentschy hatte am Donnerstag den Forderungen der alternativen Netzbetreiber zur Senkung der Miete für entbündelte Leitungen, die direkten Zugang zu einem Alternativen ermöglichen, eine klare Absage erteilt.

Serentschy folgte in seiner Argumententation, die Entbündelungsmieten in Österreich lägen mit monatlich 10,90 Euro unter dem EU-Schnitt, der Telekom Austria. Dieser Preis müsse kostenbasiert sein und da gebe es eben "keine Hinweise, die eine Senkung rechtfertigen" würden, sagte Serentschy.

Die TA hatte mit demselben Argument sogar eine Erhöhung der monatlichen Miete für jedes Kupferkabel gefordert. Die Alternativen argumentieren hingegen, dass es bei dieser Miete nicht möglich sei, kostendeckend mit Breitband-Angeboten der TA mitzuhalten, die bei 19,90 Euro beginnen.

Entbündelung nicht für Massenmarkt

Serentschy ortet hingegen "enormes Potenzial" in der Entbündelung, mittelfristig könnten in Österreich rund zehn Prozent der Haushalte entbündelt sein.

Dass nach vier Jahren Entbündelung erst 84.000 der insgesamt drei Millionen Leitungen - 2,5 Prozent der Haushalte - entbündelt sind, sieht Serentschy dennoch als Erfolg, zumal es 2004 eine Zuwachsrate von 170 Prozent gegeben habe.

Die Entbündelung sei überdies kein Geschäftsmodell für den Massenmarkt, sondern eher für spezielle Produkte geeignet.

Spielräume für eine Verbilligung der Entbündelung gibt es laut Regulator bei den relativ hohen Einmalentgelten der TA sowie bei den Mietkosten für die so genannte Kollokationsfläche, die mit den "Quadratmeterpreisen eines Innenstadtlokals in der Kärntnerstraße" vergleichbar und daher "nicht realistisch" seien.

Die meisten Leitungen hat bis jetzt Inode entbündelt, gefolgt von Tele2/UTA, Silver Server, eTel und Colt Telecom.

Kritik von den alternativen Telekoms

Der Verband der Alternativen Telekombetreiber [VAT] kritisierte die Aussagen Serentschys und bekräftigte erneut seine Forderung nach einer Halbierung der Entbündelungsmiete.

Man bedauere, dass sich der Regulator nach sechs Jahren "mit nicht einmal 2,5 Prozent entbündelten Leitungen zufrieden gibt", so VAT-Präsident Achim Kaspar. Der Marktanteil der TA betrage immer noch 97 Prozent, das sei absolut nicht zufrieden stellend, so Kaspar.

Dass Österreich im EU-Vergleich nicht so schlecht liege, lässt der VAT nicht gelten. Dänemark [8,60 Euro] und die Niederlande [9,60 Euro] seien Länder ähnlicher Größe und Bevölkerungszahl mit weit niedrigeren monatlichen Entgelten. Auch in größeren Staaten wie Italien und Spanien seien die Entgelte deutlich niedriger. Hinsichtlich der einmaligen Einrichtungsentgelte befinde sich Österreich sogar am oberen Rand des EU-Vergleichs, so der VAT.