Wurstsemmeln für die "letzte Meile"
"Entbündelung muss so einfach werden, wie eine Wurstsemmel zu kaufen" - das wünschten sich die Internet-Provider, so Kurt Einzinger von der ISPA.
Da der Zugang zur letzten Meile Kupferkabel bis in die jüngste Vergangenheit alles andere als einfach, dafür aber teuer von der Telekom zu erhalten war, hatte die ISPA in Brüssel bei der EU eine Beschwerde eingelegt.
Momentan prüfe man ein neues Angebot der Telekom und unterstelle auch keine Verschleppungsstrategien. Aber "erfüllt ist es erst, wenn alles funktioniert".
Teil I bis III der SerieWer entbündelt ...
Bis dahin ist es freilich noch ein weiter Weg.
"Weniger als zwanzig" Unternehmen sind es, so die offizielle Auskunft des Regulators, die kolportierte Summen von ATS 1,5 Millionen für die Bereitstellung von Räumlichkeiten in den Wählämtern der Telekom aufbringen.
Während die eifrigsten Entbündler UTA, European Telecom und CyberTron in den Ballungsräumen über einige Standorte verfügen, macht ein Großteil der IT-Branche schlicht nicht mit.
... und wer nicht
"Für uns ist aktive Entbündelung vollkommen sinnlos", sagte
Michael Vesely, CEO von Nextra, "da wir auf materielle Güter wie
Kupferkabel, so weit es geht, verzichten."
Was Nextra stattdessen macht"Minimal Assets" und IT-Bettelorden
Diese durchaus mit den Gepflogenheiten eines mittelalterlicher Bettelordens zu vergleichende Strategie der "Minimal Assets" orientiere sich allerdings schlicht am Markt.
Bei stetig fallenden Preisen mit hohen Investitionen auf diesen Markt zu gehen, hält Vesely für nicht ganz überlegt.
KPNQwest hat anderes zu tun
Auch für die KPNqwest ist der Besitz von Kupfer "kein
strategisches Thema". Man konzentriere sich auf das Kerngeschäft als
B2B-Provider, den Ausbau des paneuropäischen Glasfaser-Backbone
sowie der regionalen Hosting-Zentren.
Der Ring aus GlasZwei Megabit/s sind zu wenig
"Viel zu umständlich und zu teuer", sagt Georg Hitsch, CTO von eWave, "für gerade zwei Megabit/s pro Leitung, die über Kupferkabel maximal möglich sind."
Bei dieser Benchmark fängt, nach Ansicht Hitschs, das eigentliche Netzwerken erst an. Folgerichtig konzentriere sich eWave auf Funk-Standleitungen mit Kapazitäten von elf oder 45 Megabit/s, was nicht nur vom Equipment her entscheidend günstiger zu machen sei.
Antennen statt Kupfer
Ein guter Platz für eine der kleinen Funkantennen auf Wiener
Dächern sei jedenfalls einfacher und billiger zu haben als eine der
teuren Kollokationen in einem Wählamt der Telekom.
Der technologische Ansatz von eWaveWarum sich drei unerschrockene Wiener IT-Unternehmen dennoch an die Entbündelung wagen, erfahren sie im fünften und letzten Teil der Serie.
