Mehr Geld für entbündelte Leitungen
Während die alternativen Anbieter eine Senkung von Leitungsmieten und der damit verbundenen Einmal-Kosten fordern, verlangt die Telekom Austria vom Regulator, beide zu erhöhen.
Eine Senkung würde mittelfristig und langfristig die Investitionen in die Erhaltung und in die Modernisierung des österreichischen Netzes verhindern. Der Wirtschaftsstandort Österreich würde ein wichtiges Asset in der Wettbewerbsfähigkeit verlieren.
"Die ständige Forderung der alternativen Betreiber nach niedrigeren Kosten zur Benutzung des Netzes der Telekom Austria zeigt die Kurzsichtigkeit der Betreiber", so Fischer, Vorstand Festnetz der Telekom Austria. "Es wäre viel sinnvoller die österreichischen Entgelte auf das finnische oder das britische Niveau anzupassen und so dem Wirtschaftsstandort Österreich die beste IKT-Infrastruktur zu bescheren."
Tele2/UTA-Chef Norbert Wieser hat am Dienstag verbesserte Rahmenbedingungen für die Entbündelung in Form einer deutlichen Senkung der monatlichen Entbündelungsmiete um mindestens 45 Prozent gefordert, damit Wettbewerb auf der letzten Meile überhaupt möglich sei.
Tele2: Angriff mit Internet-TelefonieOrientierung an Schlusslicht England
Die österreichische Einmalzahlung und das monatliche Entgelt für die Entbündelung der letzten Meile liege unter dem EU-Durchschnitt, schreibt die Telekom.
Die Einmalzahlung betrage in Finnland 140 und in England 126,50 Euro, während in Österreich dieses Entgelt mit 54,50 festgelegt worden sei. Das monatliche Entgelt für die "Last Mile" beträgt in Finnland 11,10 Euro, in England 12,50 Euro, während es in Österreich nur 10,90 Euro seien.
England hinkt mit der Entbündelung entsprechend der Preisgestaltung nach. Im April 2004 waren gerade 11.000 Anschlüsse entbündelt, ein Drittel der entbündelten Anschlüsse in Österreich.
Ein mit Ende Dezember 2004 datierter Marktbericht der britischen Regulationsbehörde OFCOM stellt fest, dass England bei den Entbündelungskosten in Europa im Spitzentrio liegt. In der Entbündelungsstatistik [Jänner 2004] scheint England mit Griechenland und Portugal überhaupt als EU-Schlusslicht auf.
Vorbild Swisscom
Im "Network Readiness Index" - einem speziellen IKT-Ranking, das
von Weltwirtschaftsforum, Weltbank und INSEAD jährlich erstellt wird
- sei Österreich zum zweiten Mal zurückgefallen. Während sich die
Schweiz - wo die noch immer zu zwei Dritteln im Staatsbesitz
befindliche Swisscom den Markt unangefochten dominiert - innerhalb
der vergangenen zwei Jahre vom 16. auf den siebenten Platz
verbessern konnte, ist Österreich vom neunten auf den 21. Rang
zurückgefallen.
Die offiziellen Zahlen des britischen Markts
