28.04.2005

VOIP

Telefonie fast ohne Telekoms

Kaum ein Tag vergeht ohne neue Nachrichten aus der noch jungen Branche "Internet-Telefonie". Die staatlichen Regulationsbehörden für den Telekom-Bereich halten sich in Deutschland wie in Österreich mit Eingriffen aber noch auffallend zurück. Für mögliche Auflagen technischer Art sind noch die wenigsten Anbieter gerüstet, doch auch hier schreitet die Entwicklung rasant voran.

In Deutschland wurde der größte Vermittlungsknoten für Internet-Telefonie in Frankfurt auf "Verfügbarkeit der Carrier-Klasse" aufgerüstet. Das bedeutet, dass der Betrieb an 99,99 Prozent von 365 Tagen garantiert wird.

Dafür, dass der Grad an Ausfallsicherheit von Internet-Telefonie auch in Krisensituationen gegeben ist, muss das Frankfurter Online-Datenzentrum hohen Sicherheitsnormen genügen. Nach Angaben der Betreiber toplink entspricht das Rechenzentrum dem höchsten zivilen Sicherheitsstandard [ETSI EN 501331] und hält beispielsweise einem Erdbeben bis Stärke 8,3 auf der Richterskala stand.

VoIP-Regulierung in Österreich

IP-basierte Telefondienste werden die Telekommunikationswelt im Kürze revolutionieren, meint Georg Serentschy, Geschäftsführer Telekom der RTR-GmbH. Da es für VoIP mehrere Szenarien mit unterschiedlichen regulatorischen Aspekten gebe, werde auf nationaler wie internationaler Ebene derzeit diskutiert, wie die verschiedenen VoIP-Dienste mit ihren Ausprägungen regulatorisch einzustufen sind.

Die Richtlinie in Arbeit

Seit Anfang dieser Woche läuft bei der österreichischen Rundfunk und Telekom Regulierungsbehörde [RTR] ein Konsultationsverfahren zum Thema "Guidelines for VoIP Service Providers". Eingeladen sind Firmen und auch Einzelpersonen, die zu einer möglichen Regulatierung von "Internet-Telefonie" Stellung nehmen wollen.

Auf Grund der Internationalität des Themas wurde der Richtlinienentwurf auf Englisch abgefasst Kommentare können in Deutsch und Englisch abgegeben werden.

"Erdbebensicher" gegen Regulierung

Die Frankfurter toplink will ihre Kunden nicht nur vor physikalischen Erschütterungen schützen, sondern auch vor politischen und regulatorischen Erdbeben. Sollte die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post [RegTP] künftig die Internet-Telefonie als "öffentlich zugänglichen Telefondienst" einstufen, wäre der toplink-Knoten als einziger VoIP-Telefonnetz-Gateway in Deutschland darauf vorbereitet. Derzeit fällt VoIP regulatorisch noch in die Kategorie "Datendienste"

In der ersten Ausbaustufe hat der Knoten eine Kapazität für 180.000 Teilnehmer, im März wurden erstmals mehr als 1,5 Millionen VoIP-Telefonminuten in einem Monat abgewickelt. Das sind 1,5 Millionen Minuten pro Monat, die den deutschen Telekom-Anbietern vollständig entgehen, sofern sie nicht als Internet-Anbieter wenigstens an den immer schmäler werdenden Margen im Breitband-Bereich beteiligt sind.