24.01.2005

"GALILEO"

Europas Sat-Navigation nimmt Gestalt an

Das europäischen Satelliten-Navigationsystem Galileo näherte sich der entscheidenden Phase.

Am Dienstag legen die Konsortien, die sich um den Aufbau der europäischen Konkurrenz zum US-System GPS beworben haben, ihre endgültigen Angebote in Brüssel auf den Tisch.

Wer letztlich den Zuschlag für den lukrativen Auftrag bekommen wird, soll bis zum 1. März entschieden werden.

30 Satelliten in 24.000 Kilometer Höhe

In die Endrunde haben es zwei Konsortien geschafft: "Eurely" um die Unternehmen Alcatel aus Frankreich und Finmeccania aus Italien sowie "iNavSat" mit dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS und dem französischen Thales-Konzern.

Nach gut einer Milliarde Euro für die Vorlaufphase, die allein aus öffentlichen Kassen aufgebracht wurde, werden für die Errichtung des Systems nochmals 2,1 Milliarden Euro Kosten veranschlagt.

Die öffentliche Hand wird davon nur ein Drittel zuschießen, die privaten Unternehmen müssen deshalb noch 1,4 Milliarden Euro vorfinanzieren.

Mit diesem Geld sollen die insgesamt 30 Galileo-Satelliten knapp 24.000 Kilometer über Erde ausgesetzt und die Technik am Boden bezahlt werden. Hinzu kommen schätzungsweise noch einmal rund 220 Millionen Euro jährliche Betriebskosten.

Das im Bieterverfahren erfolgreiche Unternehmen darf mit Galileo für zunächst 20 Jahre lang Geld verdienen.

Open Service für Massenmarkt

Wer Galileo ab 2008 betreiben will, muss eine ganze Liste festgelegter Dienste bereitstellen können. Von dem ausdrücklich für zivile Zwecke entwickelten System wird ein Open Service für Anwendungen auf Massenmärkten erwartet.

Dazu gehört die Übermittlung kostenloser Signale zur Zeitsteuerung und zur Positionsbestimmung, die genauer sein sollen als die Berechnung des eigenen Standorts mithilfe des GPS-Systems.

Für sicherheitskritische Anwendungen wie etwa im Verkehrssektor wird Galileo den "Safety-of-Life Service" [SoL] anbieten, der im Prinzip zwar nicht genauer als der offene Dienst ist, dessen Genauigkeit aber durch technischen Mehraufwand garantiert ist.