Netzansagen verwirren Anrufer
Seit Oktober gibt es die mobile Rufnummernmitnahme in Österreich. Bei Handykunden, welche die Nummernportabilität bereits genutzt haben, mehrt sich jedoch nun der Unmut.
Stein des Anstoßes sind die verwirrenden Netzansagen, die von den Mobilfunkern bei portierten Kunden vorgeschaltet werden, um den Anrufer darüber zu informieren, in welches Netz er gerade telefoniert.
Diese Ansagen sind derzeit oft unklar formuliert, mit Eigenwerbung bestückt, viel zu lang und noch dazu von Netzbetreiber zu Netzbetreiber verschieden.
Kurz und werbefrei
Der Bescheid zur Rufnummernportabilität gibt eindeutig vor, dass
die Netzansage kurz sein und den Anrufer eindeutig darüber
informieren muss, in welches Netz er telefoniert. Werbesprüche sind
nicht erlaubt.
"Fluchtsteuer" mit 19 Euro festgelegtMobilkom-Info kristallUNklar
Die großen Mobilfunker mobilkom und T-Mobile stehen besonders unter Beschuss, da sie ihre Ansagen mit Werbebotschaften versehen.
Die oberste Fernmeldebehörde ermittelt bereits wegen möglicher Übertretung des Bescheids zur Rufnummernportabilität.
"Ihr Gesprächspartner nützt auch das kristallklare Netz von A1" - dies ist zu hören, wenn man einen Handykunden anruft, der zur mobilkom portiert hat. "Anrufer legen auf, weil sie über diese Ansage verwirrt sind und glauben, sie erreichen mich nicht mehr unter dieser Nummer", klagt ein Handyuser.
Verwirrung stiftet auch jene "Kurz"info, die bei Kunden vorgeschaltet wird, die von der mobilkom zu einem anderen Betreiber gewechselt haben. "Sie verlassen das kristallklare Netz von A1 und rufen eine portierte Rufnummer im Netz von XXX", heißt es da beispielsweise.
mobilkom überlegt Änderung
Derzeit würden Alternativen zu den aktuellen Netzansagen
überlegt, hieß es von der mobilkom. Man wolle eine transparente
Information im ohnehin komplizierten Rufnummern-Portierungsprozess
gewährleisten.
Handys ziehen Kunden in Mobilfunk-ShopsLange Texte Geschäftsbehindernd
Auch bei T-Mobile Austria sollen die aktuellen Netzansagen "auf Kundenwunsch" spätestens nächste Woche geändert werden.
Die aktuelle Ansage - "Lieber T-Mobile Kunde, der von Ihnen gewählte Teilnehmer befindet sich derzeit im Netz von XXX. Sie telefonieren [nicht mehr] zum netzinternen Tarif" - wurde von Telefonkunden als zu lang empfunden.
Gerade im Businesskundenbereich sei eine lange Netzinfo eine tatsächliche Behinderung, kritisiert auch One-Sprecher Florian Pollack. Viele Geschäftskunden würden zwar gerne wechseln, wollen ihre Geschäftspartner aber nicht mit langen Netzansagen bei jedem Anruf belästigen.
Bei One halte man es daher möglichst knapp, die Netzansage nenne nur den jeweiligen Netzbetreiber des Angerufenen ["T-Mobile", "A1" etc.].
Ursprünglich habe man sich bei One überhaupt für einen Piepton statt einem Ansagetext eingesetzt. Ein Piep hätte ein Verlassen des Netzes bedeutet.
Details der Nummernmitnahme fixiertAnruf beim Mobilfunker deaktiviert Ansage
Auch bei tele.ring hält man die Ansage laut Sprecher Walter Sattlberger so einfach wie möglich. Die Information beschränke sich auf das Wesentliche: "Sie telefonieren zu XXX".
Man wolle nicht mit Werbebotschaften belästigen oder verwirren, wie es der Ex-Monopolist mobilkom vormache. Denn statt Kunden zu werben und zu halten, vergraule man sie damit.
Nun sollen die Netzansagen vereinfacht werden, an eine generelle Abschaffung wird aber nicht gedacht. Die Ansage sei aus Kostengründen unter Privattelefonierern nach wie vor notwendig, so der VKI-Telekomexperte Paul Srna.
Wem die Kosten egal sind und wer von der Netzansage verschont werden will, kann diese für sich grundsätzlich ausschließen. Mittels Anruf bei der Hotline seines Betreibers kann man die Mitteilung deaktivieren lassen.
