23.12.2004

EU-AUFLAGE

Windows "light" dürfte kaum Effekt zeigen

Die abgespeckte Windows-Version, die Microsoft ab Jänner 2005 ohne Media Player ausliefern will, kommt mit einem erheblichen Funktionsverlust, dürfte aber kaum Auswirkungen auf den Wettbewerb haben.

Die "Windows XP Reduced Version Media Edition" soll nicht nur ohne Media Player, sondern auch ohne Abspielfunktion für CDs und MP3s ausgeliefert werden, sowie Musik nicht auf portable Player übertragen können. Bestehen bleiben soll das Abspielen von .wav-Files über den Sound-Recorder.

Dies sei das erste Mal, dass Microsoft eine Windows-Version ausliefern müssen, die dem Käufer weniger Wert biete anstatt wie bisher mehr, so Microsofts Chefanwalt Brad Smith.

Zudem soll die abgespeckte Version zum gleichen Preis wie die bisherige verkauft werden. Damit entspreche man den Anforderungen der EU-Kommission, so Smith weiter.

Nur in Europa

Damit dürfte der von der EU erhoffte Effekt von mehr Wettbewerb allerdings eher ausbleiben, denn kaum ein Konsument wird sich für ein Betriebssystem entscheiden, dass ihm fürs gleiche Geld weniger Funktionen liefert.

Zudem ist der Media Player zwar offenbar kein integraler Bestandteil des Betriebsystems, ohne den es nicht funktionieren kann, dafür hat der Hersteller dafür gesorgt, dass viele Funktionen damit verknüpft sind.

So benötigen bespielsweise Kunden des Musik-Online-Shops Napster den Media Player, um heruntergeladene Songs abzuspielen und sie auf mobile Player übertragen zu können.

Auch mit Filmstudios hat Microsoft Kooperationen abgeschlossen, die auf MS' Kopierschutzsystem aufsetzen und damit zusätzlich den Gebrauch von MS-Software fördern.

Eigene Kampagne für Windows Media

Mit einer eigenen Kampagne promotet Microsoft zudem sein Windows Media Format. Logos, angelehnt an des Chipherstellers Motto "Intel inside", bewerben die Unterstützung von Microsofts Windows Media Format durch Musik-Player und Downloads-Services.

Beobachter meinen, dass Microsoft damit auch den breiten Support für sein Windows Media Format zeigen will, im Gegensatz zu anderen Firmen wie Sony oder Apple, die ihre Geräte fest an ihre Download-Services koppeln.

Smith sagte weiter, dass der Hersteller bereits in den vergangen Monaten an der reduzierten Windows-Version gearbeitet hat, es seien aber noch finale Tests nötig. Welche Zusatzkosten die Erfüllung der Auflage der EU für Microsoft bringt, wollte Smith nicht sagen.