20.11.2004

FUSION

PeopleSoft-Aktionäre wollen Übernahme

Der US-Softwarekonzern Oracle hat 228,7 Millionen PeopleSoft-Aktien oder mehr als 60 Prozent der Anteile des US-Konkurrenten bei seinem Übernahmeangebot von 9,2 Milliarden Dollar angeboten bekommen.

Damit hat das Unternehmen in seinem seit 17 Monaten andauernden Kampf zur Übernahme eine wichtige Hürde genommen.

Der Vorstand des US-Softwarekonzerns PeopleSoft hat allerdings das Übernahmeangebot erneut einstimmig abgelehnt. Der Board of Directors habe über das unerwünschte Übernahmeangebot beraten und es als unangemessen zurückgewiesen, teilte PeopleSoft mit.

SAP ist im Unternehmenssoftware-Bereich die weltweite Nummer eins, gefolgt von PeopleSoft. Oracle liegt auf Platz drei und will mit dem Kauf von PeopleSoft konkurrenzfähiger gegen SAP, Microsoft und andere Konkurrenten werden.

24 Dollar pro Aktie

Oracle hatte zuletzt nach mehrfachen Änderungen 24 Dollar je PeopleSoft-Aktie geboten und dies als "beste und letzte Offerte" bezeichnet. Das Unternehmen forderte den PeopleSoft-Verwaltungsrat auf, sich mit ihm zu treffen, um ein endgültiges Abkommen vor Marktbeginn am Montag abzuschließen.

Oracle verlangte auch die Beseitigung der so genannten "Giftpille", nämlich von PeopleSoft-Maßnahmen zu einer Verhinderung einer feindlichen Übernahme. Oracle hat jetzt sein Übernahmeangebot bis 31. Dezember verlängert. Mit Hilfe der "Giftpille" kann PeopleSoft Übernahmeversuche enorm verteuern.

PeopleSoft hatte zuvor sämtliche Oracle-Angebote als zu niedrig abgelehnt. Oracle hatte zeitweise sogar 26 Dollar je PeopleSoft-Aktie geboten, ehe dieses Angebot zurückgeschraubt worden war.