Showdown bei Oracle gegen Peoplesoft
Kurz vor Ablauf der Frist für das feindliche Übernahme-Angebot von Oracle an den Konkurrenten Peoplesoft hat sich der Ton der beiden Unternehmen noch einmal verschärft.
PeopleSoft-Chef Dave Duffield drohte Oracle mit einer Verleumdungsklage. Oracle versuche bewusst, mit Geschichten über Aktienverkäufe von Duffield in der Öffentlichkeit Verwirrung zu stiften.
Oracle-Chef Larry Ellison wolle, so der Vorwurf von Duffield, mit der Veröffentlichung einer Grafik zu Duffields Aktienverkäufen die Medien bewusst täuschen. Damit sollte suggeriert werden, dass darin eine große Story zu finden sei, schrieb Duffield in einem offenen Brief an Ellison.
Unterdessen versucht Oracle, die PeopleSoft-Aktionäre zum Einlenken zu überreden.
Sie sollten das "beste und letzte" Angebot von 24 Dollar pro Aktie annehmen, fordert das Unternehmen Brief auf. Oracle bekräftigte, das Übernahmeangebot, zurückzuziehen, wenn nicht eine Mehrheit der PeopleSoft-Anteilseigner einem Verkauf zustimmt. Die am 1. November von 21 auf 24 Dollar erhöhte Offerte läuft bis zum 19. November um Mitternacht [Samstag 06.00 Uhr MEZ].
PeopleSoft erteilt Oracle weiter AbfuhrAlles im Rahmen
Bis auf zwei Transaktionen seien sämtliche PeopleSoft- Aktienverkäufe von ihm Ende 2003 im Rahmen eines Anlageplans getätigt worden, sagte Duffield. Damit sei er einer von der US-Börsenaufsicht SEC verabschiedeten Richtlinie gegen Insidergeschäfte gefolgt.
Seines Wissens unterhalte auch Ellison einen solchen Anlageplan und habe in diesem Jahr Millionen von Oracle-Aktien verkauft, schrieb der PeopleSoft-Chef. Die beiden anderen Transaktionen in seinem Namen seien von der Tierschutzorganisation Maddie's Fund getätigt worden, in deren Vorstand er sitze.
Oracle bietet in dem mittlerweile anderthalbjährigen Übernahmekampf für seinen Konkurrenten derzeit insgesamt 8,8 Milliarden US-Dollar.
