Das Handy sperrt die Haustür auf
Für die in Japan erhältlichen i-mode-Mobiltelefone mit "FeliCa"-Übertragungsprotokoll werden immer neue Anwendungsbereiche erschlossen.
So bieten die Firmen Kesaka System, Connect Technologies, Itochu Techno-Science und NTT DoCoMo nun einen gemeinsamen Service an, der es erlaubt, das Handy zum Sperren der Wohnungstür zu verwenden.
Ein erstes mit der Technologie ausgestattetes Apartmenthaus in der Stadt Fukuoka ist ab Ende November beziehbar.
Vergessliche können über das Handy auch nachprüfen, ob sie wirklich zugesperrt haben. Diese Annehmlichkeit hat aber auch ihren Preis - jede Menge Gebühren müssen berappt werden.
FeliCa und i-mode
Der mobile Datendienst i-mode hat in Japan über 40 Mio. Nutzer.
Der kontaktlose "FeliCa"-IC-Chip im Handy - ähnlich der bei uns
kommenden "Near Field Communication" [NFC] - erlaubt zum Beispiel
das Bezahlen per Handy.
I-mode auf dem Weg nach UK
"FeliCa"-Infosite von SonySperrvorgänge werden mitgeloggt
Da die Türen beim "Kesaka Service" ohne Zylinderschloss auskommen, ist bei einem Auszug kein Wechsel des Schlosses notwendig und auch für Einbrecher soll es schwerer zu knacken sein.
Jeder Hausbewohner bekommt zudem drei zusätzliche FeliCa-Chipkarten, damit er seine Tür auch ohne Handy auf-und zusperren kann.
Für den Fall eines Stromausfalls ist das Türschluss mit einer Notstromversorgung durch Batterien ausgestattet, das für 200 Sperrvorgänge Energie hat.
Der Wohnungsbesitzer kann sich vom Handydienst informieren lassen, sobald die Tür aufgesperrt wird, und auch aus der Ferne überprüfen, ob die Tür ordnungsgemäß versperrt wurde.
In der "Lock History" wird desweiteren mitgeloggt, wer, wann die Tür benutzt hat.
"Near Fields Communications" kommt in Europa
In Europa soll sich die Kurzfunktechnologie NFC [Near Fields
Communications] in ein paar Jahren auf breiter Front durchsetzen.
Diese verwandelt das Handy in ein elektronisches Zahlungsterminal,
einen Kartenschalter oder Zutrittsschlüssel, zudem können Bankomat-
und Kreditkartenfunktionen integriert werden.
Nahfunk bis 2008 in Drittel aller HandysAblaufdatum für Schlüssel
Weitere Schlüsselzertifikate für das Handy können etwa an Familienmitglieder vergeben werden.
Dafür muss über eine spezielle Applikation eine Art Einladung versandt werden, damit sich der Empfänger eine Zweitschlüssel-Lizenz herunterladen kann. Um Missbrauch zu verhindern, muss der Wohnungsbesitzer dann nochmal eigenhändig bestätigen, dass er den Schlüssel an diese Person weitergeben will.
Die verteilten Schlüssel können auch mit einem Ablaufdatum versehen werden.
Der Handy-Schlüssel kostet monatlich 420 Yen [drei Euro], zuzüglich einer einmaligen Einrichtungsgebühr von 3.150 Yen [23 Euro].
Jedes weitere Schlüssel-Zertifikat kostet 315 Yen [2,30 Euro]. Zusätzlich fallen 1.050 Yen [7,70 Euro] pro Monat für die 24-Stunden-Überwachung und Wartung an.
