14.11.2004

JAPAN

Das Handy sperrt die Haustür auf

Für die in Japan erhältlichen i-mode-Mobiltelefone mit "FeliCa"-Übertragungsprotokoll werden immer neue Anwendungsbereiche erschlossen.

So bieten die Firmen Kesaka System, Connect Technologies, Itochu Techno-Science und NTT DoCoMo nun einen gemeinsamen Service an, der es erlaubt, das Handy zum Sperren der Wohnungstür zu verwenden.

Ein erstes mit der Technologie ausgestattetes Apartmenthaus in der Stadt Fukuoka ist ab Ende November beziehbar.

Vergessliche können über das Handy auch nachprüfen, ob sie wirklich zugesperrt haben. Diese Annehmlichkeit hat aber auch ihren Preis - jede Menge Gebühren müssen berappt werden.

Sperrvorgänge werden mitgeloggt

Da die Türen beim "Kesaka Service" ohne Zylinderschloss auskommen, ist bei einem Auszug kein Wechsel des Schlosses notwendig und auch für Einbrecher soll es schwerer zu knacken sein.

Jeder Hausbewohner bekommt zudem drei zusätzliche FeliCa-Chipkarten, damit er seine Tür auch ohne Handy auf-und zusperren kann.

Für den Fall eines Stromausfalls ist das Türschluss mit einer Notstromversorgung durch Batterien ausgestattet, das für 200 Sperrvorgänge Energie hat.

Der Wohnungsbesitzer kann sich vom Handydienst informieren lassen, sobald die Tür aufgesperrt wird, und auch aus der Ferne überprüfen, ob die Tür ordnungsgemäß versperrt wurde.

In der "Lock History" wird desweiteren mitgeloggt, wer, wann die Tür benutzt hat.

Ablaufdatum für Schlüssel

Weitere Schlüsselzertifikate für das Handy können etwa an Familienmitglieder vergeben werden.

Dafür muss über eine spezielle Applikation eine Art Einladung versandt werden, damit sich der Empfänger eine Zweitschlüssel-Lizenz herunterladen kann. Um Missbrauch zu verhindern, muss der Wohnungsbesitzer dann nochmal eigenhändig bestätigen, dass er den Schlüssel an diese Person weitergeben will.

Die verteilten Schlüssel können auch mit einem Ablaufdatum versehen werden.

Der Handy-Schlüssel kostet monatlich 420 Yen [drei Euro], zuzüglich einer einmaligen Einrichtungsgebühr von 3.150 Yen [23 Euro].

Jedes weitere Schlüssel-Zertifikat kostet 315 Yen [2,30 Euro]. Zusätzlich fallen 1.050 Yen [7,70 Euro] pro Monat für die 24-Stunden-Überwachung und Wartung an.