Legale Musik für Tauschbörsen-User
Während die Musikindustrie im Gesamten weiter versucht, Tauschbörsen wie Grokster oder Morpheus zu bekämpfen, scheinen sich zumindest Teile zu öffnen.
Sony BMG plant unter dem Namen "Mashboxx" nun bei Grokster neben kostenpflichtigen Downloads auch kostenlose Promotion-Songs anzubieten. Damit nutzt Sony nicht nur die Popularität der Tauschbörse, auch macht das Label Gebrauch der Technologie hinter Grokster, ein von den P2P-Betreibern bereits seit langem geforderter Schritt.
Details zu dem Projekt sind noch keine bekannt, doch es wird davon ausgegangen, dass Suchanfrage nach Songs von Sony BMG bei Grokster in Zukunft nur mehr autorisierte Downloads auswirft. Auch müssen Detailfragen noch geklärt werden, wie Preise und wie mit Files anderer Copyrighthalter umgegangen wird.
Ein Teil der Technologie hinter Mashboxx könnte vom Napster-Erfinder Shawn Fanning und seiner neuen Firma Snocap kommen. Alle Verantwortlichen bei den beteiligten Firmen verweigerten jedoch Aussagen zu dem Projekt.
Tauschbörsen erneut unter BeschussCreative Commons bei Morpheus
Die Betreiber der Tauschbörse Morpheus, Streamcast Networks, finden das Experiment großartig. Streamcast-Chef Michael Weiss würde gerne mehr solcher Experimente sehen, doch er glaubt, dass die User einer P2P-Börse, die die Downloads limitiert, schnell den Rücken zudrehen werden.
Streamcast selbst geht einen anderen Weg. In der neuen Morpheus-Software, die am 9. November rauskommen soll, können Musiker, die ihre Werke unter der Creative Commons Lizenz veröffentlichen, ihre Songs in dem Netzwerk anbieten.
Morpheus-User können dann speziell nach Songs unter der Creative Commons Lizenz suchen, diese werden zudem speziell gekennzeichnet.
Weiss will nach eigenen Angaben Künstlern dabei helfen, ihre Musik, Videos und andere Werke zu veröffentlichen und zu bewerben. Mit der Unterstützung der Creative Commons Lizenz will Streamcast wohl aber Argumente im Kampf gegen die großen Musiklabels erhalten.
Mitte August ist die Industrie Morpheus und Grokster vor Gericht in einem Berufungsprozess gegen das Urteil, wonach die Tauschbörsen nicht für den Inhalt verantwortlich sind, erneut unterlegen. Die Labels wollen dagegen aber weiter vorgehen.
Industrie unterliegt Tauschbörsen erneutNeue Klagewelle der RIAA
Die Recording Industry Association of America [RIAA] hat mittlerweile eine neue Angriffswelle gegen die Nutzer von Tauschbörsen gestartet.
Insgesamt 750 Klagen gegen Filesharer, darunter Studenten von 13 US-Universitäten, wurden nun eingereicht. Insgesamt wurden damit seit dem Sommer 2003 somit 6.191 US-Computernutzer von der RIAA wegen Urheberrechtsverletzungen geklagt.
"Es muss Konsequenzen für das Brechen von Gesetzen geben, sonst werden illegale Downloads die Fähigkeit der Musikbranche kaputt machen, ihren Betrieb aufrecht zu halten oder in die Zukunft zu investieren", so RIAA-Präsident Cary Sherman.
