Tauschbörsen erneut unter Beschuss
In den USA bahnt sich eine neue Angriffswelle gegen Tauschbörsen und deren User an.
Nachdem die US-Musikindustrie bereits zahlreiche User der Tauschbörse KaZaA verklagt hat, sind nun auch jene von eDonkey, LimeWire, Grokster und weiterhin KaZaA auf einer neuen Klagsliste.
Der Industrieverband der US-Plattenindustrie, die RIAA, hat weitere 744 Tauschbörsenuser auf Verstoß gegen das US-Copyright-Gesetz verklagt. 152 Personen, die sich nicht mit der RIAA außergerichtlich einigen wollten, wurden namentlich verklagt, die 744 Klagen wurden anhand von IP-Adressen gegen "John Doe" [unbekannt] eingereicht.
Währenddessen hat die US-Bundespolizei FBI die laut Angaben erste offizielle Hausdurchsuchung auf der Suche nach Beweisen von illegalen Tätigkeiten in einer Tauschbörse gemacht.
Erst letzte Woche hat die Industrie in ihrem Feldzug gegen Tauschbörsen einen neuen Rückschlag erlitten. Das US-Berufungsgericht in San Francisco bestätigte das erste Urteil vom April 2003, wonach die Musik-Tauschbörsenbetreiber Grokster und Streamcast Networks für das Tauschen von Copyright-geschützten Inhalten wie Musik in den P2P-Börsen nicht verantwortlich sind.
Industrie unterliegt Tauschbörsen erneutFBI beschlagnahmt Computer
Dabei wurden in Texas, New York und Wisconsin Computer, Software und Ausrüstung der geschlossenen, und vermeintlich illegal aktiven, Tauschplattform "Underground Network" beschlagnahmt.
MPAA-Präsident Jack Valenti, das Pendant der RIAA für die Filmindustrie, meinte, dass die Aktion "Operation Digital Gridlock" zeigen solle, dass der Mythos, illegale Aktivitäten im Netz seien sicher, nicht stimme. Festnahmen und Anzeigen dürften folgen.
Adrian Santangelo, ein Administrator von Underground Network meinte, dass die Plattform bloß die Infrastruktur für Chats und Tauschaktivitäten seiner User bereitgestellt habe und wies jede Copyright-Verletzung von Seiten der Betreiber von sich.
In Frankreich haben einige der größten Internet Service Provider zugestimmt, bei der Jagd nach illegalen Musikdownloads mitzuhelfen.
ISPs verpflichten sich zur PiratenjagdIndustrie gegen Copyright-Verschärfung
Bekanntlich fordert die Film- und Musikindustrie in den USA eine Verschärfung der aktuellen Copyright-Gesetze. Der Vorschlag des US-Senators und Copyright-Hardliners Orrin Hatch sieht bereits für die Verführung zur Raubkopie Strafen vor.
Die Industrie hat nun Gegenvorschläge zum, auch als Lex Hatch bezeichneten, "Inducing Infringement of Copyrights Act of 2004" vorgebracht. Sie befürchten, dass das Gesetz im Extremfall auch zu Klagen gegen Computerhersteller oder Provider, die Geräte oder Services anbieten, die einen Urheberrechtsbruch ermöglichen, führen könnte.
Die Firmen, darunter Verizon, SBS und MCI, engen in ihrem Vorschlag den Fokus des Gesetzes auf Softwarehersteller ein, deren Produkte hauptsächlich zum massenhaften Tausch von kopiergeschützten Werken eingesetzt werden - und zielt damit hauptsächlich auf Tauschbörsen ab.
Der Gesetzesvorschlag von Hatch hat mittlerweile bereits einige Unterstützer gefunden. Doch im Vorlauf der US-Präsidentschaftswahl haben die Verfechter nur mehr bis Oktober Zeit, um ihr Gesetz durchzubringen.
Widerstand gegen Copyright-Verschärfung
