22.10.2004

ÖSTERREICH

Neue Regeln gegen Dialer-Programme

Seit 1. Oktober gibt es in Österreich wesentliche konsumentenschutzrelevante Bestimmungen für Dialer-Programme, die beim Surfen im Netz immer wieder dazu führen, dass man sich, ohne es zu wissen oder zu wollen, in kostenpflichtige Mehrwertnummern einwählt.

Eine zentrale Regelung ist, dass Verbindungen zu Dialern ab sofort ausschließlich im Rufnummernbereich 0939 angeboten werden dürfen.

"Wir überprüfen seit 1. Oktober 2004, ob uns bekannte Dialer-Nummern noch in den Bereichen 0900 oder 0930 angeboten werden. In einigen solchen Fällen wurden daher auch bereits Rufnummernentzugsverfahren eingeleitet", erklärt Georg Serentschy, Geschäftsführer für den Fachbereich Telekom der RTR.

Opt-in als Voraussetzung

Ab 1. Jänner 2005 gibt es für den Rufnummernbereich 0939 im Festnetz zusätzlich die verpflichtende Voraussetzung des Opt-in für eine Nutzung von Dialer-Rufnummern.

Das heißt, wenn der Endkunde Dialer nutzen will, muss er seinem Betreiber ausdrücklich bekannt geben, dass er für den Rufnummernbereich 0939 freigeschaltet sein möchte, andernfalls muss der Betreiber den Aufbau von Verbindungen zu solchen Rufnummern verhindern.

Darüber hinaus gibt es weiterhin die derzeit schon gültigen, umfangreichen Auflagen für Dialer-Anbieter. Für den Internet-Surfer muss klar und deutlich erkennbar sein, wer der Dienstleister ist und welches Entgelt pro Minute anfällt.

Außerdem muss die aktuelle Verbindungsdauer und der aktuelle Gesamtpreis laufend angezeigt werden. Weiters darf die Verbindung nur hergestellt werden, wenn der Konsument die Kenntnisnahme dieser Informationen bestätigt.

Verpflichtende Verbindungstrennung

Eine weitere, ab 1. Jänner gesetzlich vorgeschriebene Schutzmaßnahme ist die Trennung der Dialer-Verbindung nach 60 Minuten, wenn die Verbindung pro Minute maximal 2,19 Euro kostet. In diesem Fall wären für eine Verbindung maximal 131,40 Euro zu zahlen.

Kosten Dialer-Verbindungen 2,20 Euro pro Minute oder mehr, so hat eine Trennung bereits nach 30 Minuten zu erfolgen. Diese Zeitbeschränkungen gelten nicht nur für Dialer-Verbindungen, sondern auch für "normale" Mehrwertdienste wie Horoskop- und Sex-Hotlines.

Wer nicht bis Jahresende zuwarten will, kann bereits jetzt eine Tarifzonensperre bei seinem Betreiber einrichten lassen. Diese bietet sowohl für unerwünschte Verbindungen zu allen Mehrwertdiensterufnummern im Bereich 09xx [inkl. Dialer] und für Verbindungen zu entfernten Auslandszonen einen wirksamen Schutz.

Für Mehrwertdienste kann ein Mal pro Jahr eine kostenlose Einrichtung der Tarifzonensperre beim Betreiber beantragt werden. Tarifzonensperren für entfernte Auslandszonen können hingegen kostenpflichtig sein.