Microsoft setzt auf "offene" Online-Musik
Softwarehersteller Microsoft will, wie erwartet, auf Apples Marktführerschaft auf dem Musikmarkt losgehen und seine Positionierung auf dem Markt für digitale Unterhaltung ausbauen.
Anlässlich des Launch-Events "Microsoft's Digital Entertainment Anywhere", bei der auch die Windows XP Media Center Edition 2005 vorgestellt wurde, zeigte der Hersteller auch seinen MSN Music Service und das PlaysForSure-Logo.
Das Logo soll, wie berichtet, die Kompatibilität der Produkte der verschiedenen Hersteller mit Microsofts Medien-Software anzeigen.
Die digitale Musik explodiere offenbar, so MS-Mitbegründer Bill Gates anlässlich der Veranstaltung. Wenn man Musik-Stores gefunden habe, die einem gefallen, dann sollte es keine Auflagen geben, mit welchem Player die Musik abgespielt werden kann.
Gates spielte damit auf Apple und seinen iPod an, dessen DRM-Technologie seinen Musikshop iTunes und seinen Festplatten-Player iPod eng miteinander verknüpft.
Schlacht um digitalen Musikmarkt eröffnetMehrere Geschäftmodelle
Nachdem beim Start von Apples iTunes die gesamte Branche dem Projekt noch wenig Zukunftsaussichten einräumte, sind bereits einige Anbieter auf den fahrenden Zug aufgesprungen - nun auch Microsoft.
"Wir glauben stark daran, dass die Unterstützung für mehrere Geschäftsmodelle bei Online-Musik Sinn macht", meinte Gates. Man wolle dem Kunden die Wahl lassen, aber gleichzeitig auch zeigen, wie das "Ecosystem" zusammen passen, meinte Gates in Anspielung auf das PlaysFor Sure-Logo.
Allerdings ist der Hersteller dabei nicht ganz uneigennützig, denn Microsoft hat mit Janus eine eigene Kopierschutztechnologie im Rennen, die nun auch unters Volk gebracht werden soll, unter anderem bei Napster.
Apple hat in der vergangenen Woche mit seinen guten Bilanzzahlen, die durch seine Musikgeschäfte getrieben wurde, für Aufregung gesorgt.
Der MSN Musik Service bietet derzeit laut eigenen Angaben in den USA 650.000 Songs an und soll in insgesamt 18 Staaten zugänglich sein, darunter Großbritannien, Japan, Deutschland, Frankreich und Spanien. Die Suche nach music.msn.de liefert allerdings eine Fehlermeldung des Anbieters OD2.
MSN MusicMassiver Kursanstieg
Im vierten Geschäftsquartal konnte der Hersteller mehr als zwei Millionen iPods [ein Plus von 500 Prozent] ausliefern, ebenso feierte Apple diese Woche den 150 millionsten verkauften Songs aus seinem Shop iTunes.
Zwar arbeitet Apple mit iTunes bekanntlich hart an der Kostendeckungsgrenze, der iPod bringt dafür wirklich Geld in die Kasse. In den drei Monaten bis zum 28 September erzielte Apple einen Netto-Gewinn von 106 Millionen Dollar, der Umsatz stieg um 37 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar. Im Anschluss an die Bekanntgabe der Zahlen stieg die Aktie des Herstellers um rund zehn Prozent auf derzeit 45,5 Dollar.
Offenbar hat Apple auch auf dem PC-Markt von der steigenden Beliebtheit seiner Musikaktivitäten profitiert - zumindest wurden im vierten Quartal auch sechs Prozent mehr Apple-Rechner ausgeliefert.
Allerdings hätten dies wohl noch etwas mehr sein können, wenn es nicht zuletzt Verzögerungen bei den neuen Modellen gegeben hätte.
IPod und Notebooks pushen Apple-Gewinn
