"SpaceShipOne" hält Kurs auf X-Preis
Gut drei Monate nach seinem Jungfernflug hat das erste privat finanzierte Raumschiff "SpaceShipOne" am Mittwoch seinen zweiten Flug ins Weltall absolviert
Die Raumfähre landete am Morgen [17.34 Uhr MESZ] nach rund eineinhalbstündigem Flug in der kalifornischen Mojave-Wüste, wie die Organisatoren mitteilten. Damit verbesserte "SpaceShipOne"-Konstrukteur Burt Rutan seine Chancen auf den mit zehn Millionen Dollar [gut acht Millionen Euro] dotierten "Ansari X"-Preis.
Allerdings gab es auch diesmal wieder Probleme beim Start. Das Raketenflugzeug drehte sich mehrfach um seine eigene Achse und schoss in der Bahn eines Korkenziehers zum Himmel.
Für einen Sieg muss die Raumfähre innerhalb von 15 Tagen noch einmal in den Weltraum aufsteigen. Der nächste Start ist für den 4. Oktober vorgesehen.
Beim ersten Versuch am 21. Juni wich die Raumfähre nach einem Fehler im Kontrollsystem von der geplanten Bahn ab. Pilot Melvill aktivierte ein Sicherungssystem und vermied ein Unglück.
Probleme bei privatem WeltraumflugFinanzschwache Mitbewerber
Diesmal flog "SpaceShipOne" aus eigener Kraft an den Rand der Erdatmosphäre in 102,865 Kilometer Höhe.
Bei einem Erfolg des dritten Starts dürfte den Konstrukteuren von "SpaceShipOne" der Gewinn des von einer US-Stiftung ausgeschriebenen "Ansari X"-Preises sicher sein.
Von den 25 Konkurrenten-Teams von "SpaceShipOne" hat bisher keines einen Weltraumflug unternommen. Ein kanadischer Bewerber hatte einen für den 2. Oktober vorgesehenen Flug wieder verschoben.
"SpaceShipOne"-Konstrukteur Rutan hofft, bereits "in wenigen Jahren" Tickets für Weltraum-Flüge verkaufen zu können. Einer der privaten Finanziers von "SpaceShipOne" ist der US-Milliardär Paul Allen, Mitbegründer des US-Softwaregiganten Microsoft. Er spendierte zwischen 20 und 30 Millionen Dollar für die Entwicklung des Geräts.
Vorbereitungen für Weltraumtourismus
Der britische Milliardär Richard Branson kündigte am Montag an,
fünf Raumflugzeuge auf der Basis von "SpaceShipOne" kaufen zu
wollen. An Bord der Raketenflugzeuge sollen von 2007 an jeweils fünf
Touristen einen zwei Stunden langen Trip ins All machen. Die Kosten
- Getränke inklusive - sollen bei 170.000 Euro pro Weltraumtourist
liegen.
Virgin will Weltraumtourismus ankurbeln
