23.06.2004

SPACESHIPONE

Probleme bei privatem Weltraumflug

Der erste private Weltraumflug am Montag ist nicht ganz problemlos abgelaufen.

Am Ende des Zündvorgangs des Raketenantriebs hatte der Pilot Mike Melvill keine Anzeige mehr über die genaue Höhe des Raumfliegers "SpaceShipOne".

Zwar konnte der Flug erfolgreich durchgeführt werden und sowohl Flieger als auch Pilot kamen heil auf dem Boden an. Wäre der Fehler allerdings früher eingetreten, hätte das laut Melvill auch schwerwiegendere Konsequenzen haben können.

Während des Fluges traten zudem noch weitere Ungereimtheiten auf. So hörte der Pilot während des Starts des Raketentriebwerks einen lauten Knall hinter sich. Das Team glaubt, dass dies durch aerodynamische Spannungen an einem Teil der Motorverkleidung ausgelöst wurde.

Ernsthafte Sicherheitsprobleme

Bereits beim Starten des Raketen-Hybrid-Motors erlebte Melvill eine erste Schrecksekunde. Das Schiff rollte plötzlich über 90 Grad nach links und, nachdem Melvill es wieder in die richtige Position gebracht hatte, anschließend über 90 Grad nach rechts.

Der Pilot wollte den Flug daraufhin schon abbrechen, aber das Schiff blieb konstant und er konnte schließlich 100 Kilometer in die Lüfte schießen, trieb aber rund 30 Kilometer vom geplanten Kurs ab.

Trotz seiner 25-jährigen Flugerfahrung war der erste Weltraumflug für Melvill dennoch eine sehr ungewohnte Erfahrung. "SpaceShipOne" bewegte sich mit rund 2.400 km/h oder 3,2 Mach. Vor allem beim Rückeintritt in die Atmosphäre sei der Lärm ohrenbetäubend gewesen, so Melvill.

Für Rutan steht nun die Auswertung der Systeme und der aufgetretenen Fehler im Vordergrund. Die Probleme des Flugs seien die ernstesten der ganzen Testzeit gewesen, so Rutan.