Erster privater Raumflug erfolgreich
Das erste privat entwickelte Raumflugzeug hat sich heute nicht nur erfolgreich in die Lüfte erhoben, es hat auch die Grenze zum Weltall durchstoßen.
Mittlerweile ist das Raketenflugzeug mit dem Piloten Mike Melvill an Bord wieder sicher auf der Erde gelandet.
Kurz nach seinem Start in der kalifornischen Mojave-Wüste erreichte der Raumflieger "SpaceShipOne" laut Angaben für wenige Minuten eine Flughöhe von 100.12 Kilometern über der Erdoberfläche.
Der Jungfernflug könnte als Beginn des kommerziellen Weltraumtourismus in die Geschichte eingehen, wenn später einmal gut Betuchte mehr als 100.000 USD für den anderthalb Stunden langen Flug ins All mit dem "SpaceShipOne" bezahlen.
Luftfahrtveteran Burt Rutan sowie Milliardär und Microsoft- Mitbegründer Paul G. Allen haben sich in dem Projekt ergänzt. Rutan lieferte die Technik und Allen steuerte 20 Millionen USD [rund 16,5 Millionen Euro] bei.
FAQ zum JungfernflugVon links nach rechts
Finanzier Paul G. Allen, Pilot Mike W. Melville und
SpaceShipOne-Erbauer Burt Rutan.
Der 62-jährige Pilot Mike Melvill"Bratwurst mit Flügel"
Das Trägerflugzeug "White Knight" brachte im Huckepack-Verfahren das "SpaceShipOne" auf eine Höhe von 15 Kilometern. Danach trennte sich das Raumfahrzeug - von Luftfahrtfans schon liebevoll "Bratwurst mit Flügeln" genannt - ab.
Daraufhin startete Melville den Raketenmotor, der das Gefährt mit dreifacher Schallgeschwindigkeit in die Höhe von rund 100 Kilometern katapultierte.
Für einige Minuten spürte der Pilot im Weltall die Schwerelosigkeit und den schwarzen Himmel um sich herum und konnte wohl auch die dünne blaue Linie der Erdatmosphäre am Horizont sehen.
Der Rückflug dauerte rund 20 Minuten, am Ende landet "SpaceShipOne" wie ein Flugzeug wieder auf der Erde.
Seit der Russe Juri Gagarin 1961 als erster Mensch ins Weltall flog, sind Weltraumprogramme staatlich finanziert worden.
Neu erwachtes Interesse an RaumfahrtZehn Millionen Preisgeld
Zuerst geht es nur um zehn Millionen USD des so genannten "Ansari X Preises". Das Preisgeld bekommt derjenige, der zwei Mal innerhalb von zwei Wochen mit demselben Raumflugzeug eine dreiköpfige Besatzung sicher 100 Kilometer weit ins Weltall und zurück zur Erde bringt.
Doch Rutan und Allen winkt aus künftigen staatlichen Aufträgen noch viel mehr Geld. Die US-Weltraumbehörde NASA soll nämlich völlig umgekrempelt werden und künftig viel mehr Aufträge an die Privatwirtschaft abgeben. Allen hofft außerdem, dass der Verkauf von Lizenzen und Technologien Geld in die Kasse spült.
Als dritte "Geldader" könnte sich eines Tages der Weltraumtourismus erweisen, wenn die Reichen dieser Welt 100.000 und mehr USD für einen Abstecher ins Weltall hinblättern.
Bis zum Anzapfen dieser Geldquelle kann allerdings noch einige Zeit verstreichen. Der US-Kongress müsste sich nämlich erst auf ein Gesetz einigen, das den kommerziellen Transport von Menschen ins All regelt.
Erste Amateurrakete erreicht das Weltall
