Microsoft öffnet seinen Musik-Store
Wie erwartet hat Microsoft seinen digitalen Musik-Shop geöffnet - vorerst allerdings nur in einer Betaversion.
Die Songs bei MSN Music kosten wie bei Apples iTunes 99 US-Cent pro Stück, zum Beginn soll eine Auswahl von 500.000 Songs bereitstehen. Auch ganze Alben werden angeboten. In den kommenden Wochen will Microsoft die Zahl jedoch auf eine Million bringen - ähnlich viel, wie Apple anbietet.
Doch Microsoft besteht auf den Unterschied zur Konkurrenz, der vor allem in der Kompatibilität des Service mit über 70 Playern liegen soll.
Bezahlt wird bei Microsoft über Passport, allerdings schien das System im Test dem ersten Ansturm nicht gewachsen zu sein. Ob auch von Österreich aus gekauft werden kann, konnte demnach nicht überprüft werden.
Während Songs im iTunes Music Store im proprietären AAC-Format angeboten werden und nur auf dem hauseigenen iPod abgespielt werden können, will Microsoft sein Musikservice mit einer breiten Palette von digitalen Musik-Playern verschiedener Hersteller kompatibel machen.
Microsoft betritt Online-MusikmarktAuch das Team von MSN Music hat erste Fehler bereits selbst aufgezählt. So sind einige Alben teurer als die Summe der einzelnen Songs - das soll demnächst durch ein Update behoben werden.
MSN Music PreviewUmwegrentabilität
Bei der Rentabilität macht man sich bei Microsoft keine Hoffnungen, so Yusuf Mehdi von der MS-Online-Sparte MSN.
Vielmehr soll das Service mehr User auf die MSN-Website locken und damit dort den Werbedollar rollen lassen. Daneben erhofft man sich auch einen positiven Werbeffekt für windowsbasierte Computer, so Mehdi weiter.
Der Anstrengung zu Grunde liegt aber auch die hauseigene Windows-Media-Technologie, die Microsoft auf lange Sicht wohl als Standard für kopiergeschützte Songs etablieren will.
Gleichzeitig mit dem Launch des Online-Shops will der Hersteller auch eine neue Version seines Media Players vorstellen, der direkten Zugang zum Shop bieten soll. Eine finale Version des Musikshops soll laut Mehdi Mitte Oktober online gehen.
Apple gab diese Woche bekannt, dass seit dem Start im April 2003 125 Millionen Songs bei iTunes heruntergeladen wurden.
Apples iPod will die Welt erobernProgramme zur Kundenbindung
Neben der Promotion für den Music-Store plant Microsoft offenbar auch eine eigene Kampagne unter dem Titel "Plays for sure".
Logos, angelehnt an des Chipherstellers Motto "Intel inside", sollen an Geräten, die Microsofts Windows-Media-Format unterstützen, aufgebracht werden sowie bei Downloads-Services als Werbung zu sehen sein.
Apple hat unterdessen ein eigenes Partnerprogramm für iTunes gestartet.
Websites können Songs und Audiobooks aus dem iTunes-Archiv direkt als Link platzieren. Für den Fall, dass ein User über diesen Link zu iTunes gelangt und dort etwas kauft, bekommen die Website-Betreiber fünf Prozent des generierten Umsatzes ausgezahlt.
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