30.08.2004

KONKURRENZ

Microsoft betritt Online-Musikmarkt

Für diese Woche wird die Eröffnung von Microsofts Online-Musikstore erwartet. Ein weiteres Mal hat Microsoft damit einen Trend verpasst und steigt erst relativ spät in den digitalen Musikmarkt ein, der bis dato von Apple mit einem Marktanteil von rund 70 Prozent dominiert wird.

Der Softwarehersteller Microsoft scheint aber mit seiner Download-Plattform im Gegensatz zu seinem größten Konkurrenten vor allem auf Kompabilität zu setzen.

Während Songs im iTunes Music Store im proprietären AAC-Format angeboten werden und nur auf dem hauseigenen iPod abgespielt werden können, will Microsoft sein Musikservice mit einer breiten Palette von digitalen Musik-Playern verschiedener Herstellern kompatibel machen.

Der Microsoft Music Store soll weiters über die MSN-Website promotet werden, die zu den meistbesuchtesten der USA zählt.

"Plays for Sure"

Neben der Promotion für den Music Store und einer gleichzeitig angekündigten neue Version des Windows Media Players plant Microsoft offenbar eine eigene Kampagne unter dem Titel "Plays for sure".

Logos, angelehnt an des Chipherstellers Motto "Intel inside", sollen an Geräten, die Microsofts Windows Media Format unterstützen, aufgebracht werden sowie bei Downloads-Services als Werbung zu sehen sein.

Damit soll den Kunden dargelegt werden, dass alle Services und Geräte, die das Logo tragen, auch miteinander kompatibel sind.

Auch RealNetworks setzt unterdessen auf mehr Kompabilität und hat Apples Digital Rights Management System [DRM] Fairplay mit seiner Software Harmony durch Reverse Engineering geknackt.

Es wird eng

Unterdessen wollen immer mehr Firmen auf den Musikdownload-Zug aufspringen und spekulieren mit einem Einstieg ins digital Musikgeschäft.

Bis Jahresende will angeblich Yahoo eine eigene Musikdownload-Plattform starten, auch Musiksender MTV spekuliert mit dem Einstieg in den digitalen Musikmarkt.

Auch Virgin Records hat bereits vor längerem angekündigt, mit einem Preisbrecher in den Wettbewerb einsteigen zu wollen.

Und das in einem Markt, der derzeit nur etwa zwei Prozent der Musikverkäufe in den USA ausmacht.