11.08.2004

TOLL COLLECT

Neuer Streit um deutsches Mautsystem

Der nur schleppende Einbau von Mautgeräten in die Lastwagen hat in Deutschland einen neuen Streit zwischen Speditionen und Toll Collect entfacht.

Schuld sei der Lieferverzug auf Seiten des Mautbetreibers und nicht die fehlende Einbaubereitschaft von Gewerbe und Werkstätten, kritisierte der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung [BGL] die Betreibergesellschaft am Mittwoch.

Für BGL-Geschäftsführer Karlheinz Schmidt steht damit nach zwei missglückten Versuchen im August und November 2003 auch der neue Maut-Starttermin 1. Jänner 2005 auf dem Spiel.

Von Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe [SPD] wird dieser Termin dagegen nicht angezweifelt. Es gebe genügend Kapazitäten, so der Minister. Er rief die Lkw-Besitzer auf, ihre Mautgeräte jetzt und nicht erst im Herbst montieren zu lassen.

Erst 20.000 Lkws ausgerüstet

Wie jetzt beim BGL bekannt wurde, benötige Toll Collect für eine störungsfreie Maut-Elektronik einen sogenannten Impulsgeber. "Der ist aber nicht lieferbar und kostet uns sage und schreibe 125 Euro pro Stück, wie wir jetzt aus den Werkstätten erfahren", sagte Schmidt der dpa.

Die Mautgeräte an sich, welche die Größe eines Autoradios haben, bleiben dagegen für die Lkw-Besitzer kostenfrei und im Eigentum von Toll Collect.

Nach Angaben von Schmidt hatte Toll Collect den Verband am 6. Juli bereits unterrichtet, dass sich die Auslieferung der Lkw-Mautgeräte [On-Board-Units/OBUs] verzögere. Der Grund dafür liege in einem "Querchecken der Nutzerdaten", habe das Unternehmen mitgeteilt.

Von 500.000 für dieses Jahr angekündigten Geräten sind laut Toll Collect erst etwa 20.000 in Lkws eingebaut.