Geringeres Interesse an Mautgeräten
Der im Juli begonnene Einbau von Mautgeräten in deutsche Lastkraftwagen verläuft bisher schleppend.
Von 500.000 für dieses Jahr angekündigten Geräten sind nach Schätzungen des deutschen Mautbetreibers Toll Collect erst etwa 20.000 eingebaut. "Ich bin noch nicht in Sorge", so Toll-Collect-Sprecher Harald Lindlar. Die Taktzahl müsse aber deutlich erhöht werden, sonst werde es zum Jahresende eng.
Der Einbau liege nicht in der Verantwortung des Betreibers, so der Sprecher, sondern in der Hand der Spediteure und sonstigen Lkw-Eigentümer.
Von Siemens und Grundig seien 600.000 Geräte gebaut worden, die vom Toll-Collect-Werk in Simmern jetzt mit den wichtigsten Daten zur automatischen Standortermittlung und Datenübertragung gefüttert würden.
Von einem erneuten Scheitern des Starttermins 1. Jänner 2005 geht Lindlar dennoch nicht aus. Nachdem das System weder im August 2003 noch im November starten konnte, war Ende Februar durch Nachverhandlungen als neuer Starttermin der 1. Jänner 2005 festgelegt worden.
Aktionärsschützer sieht Toll Collect wackelnGutachter prüft Funktion
So aufbereitet und auf dem Weg zur Werkstatt oder bereits eingebaut seien derzeit zusammen etwas mehr als 100.000 OBUs [On Board Unit]. Von Mitte Mai bis jetzt lägen Bestellungen in der Größenordnung von 250.000 Geräten vor.
Nachdem den Geräten anders als beim ersten Versuch von Toll Collect vor einem knappen Jahr bereits eine hohe Funktionssicherheit zugesprochen wurde, werden jetzt noch andere Teile des gesamten Mautsystems geprüft, sodass der von Gutachtern begleitete Probebetrieb vom 1. Oktober bis zum 30. November stattfinden soll.
Erteilt das deutsche Amt für Güterverkehr die für Mitte Dezember erwartete Betriebserlaubnis, kann das System am 1. Jänner starten.
