Aktionärsschützer sieht Toll Collect wackeln
Sollten die Schadenersatzforderungen des deutschen Verkehrsministers Manfred Stolpe an Toll Collect berechtigt sein, könnte dies das Ende des Maut-Konsortiums bedeuten.
Das sagte Aktionärsschützer Klaus Nieding am Freitag dem Wirtschaftsradio HR-Skyline. Er reagierte damit auf die Ankündigung des Verkehrsministeriums, die beiden Konsortialpartner Deutsche Telekom und DaimlerChrysler auf vorausssichtlich 3,7 Milliarden Euro zu klagen.
Ein Sprecher des deutschen Verkehrsminister Manfred Stolpe meinte hingegen, dass laut Vertrag nicht die Firma Toll Collect, sondern die dahinter stehenden Konsortialpartner die Vertragsstrafen begleichen und im Ernstfall auch eine zugesprochene Schadenersatzsumme zahlen müssten.
Dies betrifft neben den beiden deutschen Konzernen deren französischen Partner Cofiroute. Durch einen Ausstieg aus dem Konsortium könnten sich die Unternehmen demnach nicht aus der Affäre ziehen.
Verpflichtung nach Aktiengesetz
Laut Nieding sind DT-Chef Kai-Uwe Ricke und DaimlerChrysler-Boss
Jürgen Schrempp nach dem Aktiengesetz verpflichtet, fianziellen
Schaden von ihrem Unternehmen fern zu halten. Das könnte in letzter
Konsequenz bedeuten, dass sich die beiden Konzerne aus dem
Konsortium zurückziehen, sollten die Schadenersatzzahlungen die
erwarteten Mauteinnahmen der Unternehmens übersteigen.
Toll Collect soll 3,7 Milliarden Euro zahlen
