"Elektroschock" gegen Auto-Raser
Immer wieder versuchen sich Kriminelle mit rasanten Verfolgungsjagden dem Zugriff durch die Polizei zu entziehen und gefährden dabei andere Verkehrsteilnehmer.
Um die Gefahr für die Unbeteiligten möglichst gering zu halten, sucht die Polizei nun nach Wegen ein fahrendes Auto sicher zum Stillstand zu bringen.
Bisher steht den Polizisten nur das Auslegen von Krallen zur Verfügung, deren Metallstifte die Reifen aufschlitzen.
In Zukunft könnte nach Vorstellungen von Forschern etwa die gesamte Elektronik eines Fahrzeugs mit einer Art Betäubungspistole lahm gelegt werden.
Schon jetzt ist die immer komplexere Software in Autos die Pannenursache Nummer eins: Fehler in der Elektronik sind für 55 Prozent der Ausfälle verantwortlich. Hauptursache ist das mangelnde Zusammenspiel zwischen Systemen verschiedener Zulieferer.
Software legt immer mehr Autos lahmWürgt Motor ab
Auf Knopfdruck kann mit dem von dem US-Physiker David Giri entwickelten K.O.-Phaser ein gebündelter Strahl an Radiowellen auf ein Auto gerichtet und es so zum Anhalten gezwungen werden.
Das System passt in den Kofferraum eines Wagens und besteht aus einer Batterie und einer Reihe von Kondensatoren, die elektrische Ladung speichern können.
Legt man den Schalter um, wird erst ein Elektrizitätsimpuls in die Antenne am Dach des Autos geleitet. Die Antenne erzeugt dann einen gezielten Strahl an starken Radiowellen und schießt diesen auf das flüchtende Fahrzeug.
Wenn das Fahrzeug von den Radiowellen getroffen wird, entlädt sich der Stromstoß an der Elektronik und legt die Kraftstoffeinspritzung und die Zündung lahm.
Mit dem Handy Benzinzufuhr unterbrechen
Auch Systeme, die derzeit eigentlich als Diebstahlsicherung zum
Nutzen des Auto-Besitzers integriert werden, könnten künftig von der
Polizei gegen den Fahrer verwendet werden. So kann mittels Handy die
Benzinzufuhr aus der Ferne unterbrochen werden.
Chips übernehmen das AutoReichweite von 50 Metern
Das System schafft dabei eine Reichweite von 50 Metern. Der Schwachpunkt liegt darin, dass es nur bei neueren Fahrzeugen mit der nötigen Elektronik funktioniert.
"Wenn wir die Computerchips zum Erliegen bringen, steht auch das Auto," so Giri. "Das klappt bei den meisten Modellen der letzten zehn Jahre."
Ein erster Prototyp soll im nächsten Sommer zum Testen bereit stehen, Polizeibehörden in den USA und Großbritannien haben bereits ihr Interesse bekundet.
