China will Kontrolle über SMS-Inhalte
Um die private Kommunikation noch stärker zu kontrollieren, will die chinesische Regierung eine neue Technologie zur Überwachung von SMS einführen.
Wie die offizielle Presseagentur Xinhua berichtet, ist die Kampgane vor allem gegen "pornografische, verbrecherische und unzüchtige" Messages gerichtet, die den "Short-Messaging-Content infiltrieren".
Laut den "Reportern ohne Grenzen" will China mit der Überwachung von SMS auch verstärkt gegen politischen Widerstand vorgehen.
Peking kontrolliert bereits E-Mails, zensuriert Chatrooms und blockiert den Zugang zu ausländischen Websites mit "subversiven" Inhalten. Die Regierung bemüht sich nun bereits seit einiger Zeit, Wege zu finden, um auch den SMS-Verkehr zu kontrollieren.
Zensur geht weiter
Angesichts einer drohenden Verurteilung durch die
Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen hat sich die
chinesische Regierung selbst kritisch zur Lage der Menschenrechte in
ihrem Land geäußert, gleichzeitig gehen allerdings die Repressionen
gegen "E-Dissidenten" weiter.
China auf schizophrenen Zensurwegen"Selbstdisziplin" für Mobilfunkbetreiber
Die "Reporter ohne Grenzen" haben nun ein Protestschreiben verfasst, weil das chinesische Unternehmen Venus Info Tech kürzlich vom Ministerium für Öffentliche Sicherheit authorisiert wurde, ein "Echtzeit-Überwachungssystem" für SMS zu verkaufen.
Die Technologie verwendet zum Filtern Algorithmen, die Schlüsselworte und bestimmte Wortkombinationen identifizieren, die mit politischen Gerüchten oder reaktionären Aussagen in Verbindung gebracht werden können. Das System kann automatisch die Polizei alarmieren und die verdächtigen Nachrichten aufzeichnen.
Laut Xinhua wird von den Mobilfunkbetreibern und Internet Service Providern erwartet, dass sie sich auf Basis von "Selbstdisziplin" an dem Projekt beteiligen.
Günstiger SMS-Versand
Das Medium SMS ist derzeit in China vor allem wegen des günstigen
Preises beliebt. Eine Botschaft kostet 15 Fen [etwa zwei Euro-Cent].
China will SMS-Versand total überwachen220 Milliarden SMS im letzten Jahr
Laut offiziellen Angaben haben Chinas 260 Millionen Handy-Nutzer im letzten Jahr rund 220 Milliarden SMS verschickt.
Nach dem Ausbruch des SARS-Virus 2003, hat die Regierung mehrere Personen wegen "Panikmache" festgenommen, weil sie per SMS über die Krankheit aufklären wollten. Dies geschah zu einem Zeitpunkt, als die Behörden die Existenz von SARS noch leugneten.
