02.07.2004

SWITCH

Microsoft kämpft um Paris

Der Wechsel der Stadt München auf Open-Source-Produkte hat bei Microsoft einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Nun droht die Stadt Paris ebenfalls, ihre Systeme auf Linux & Co umzustellen. "Microsoft hat daher zugestimmt, die Preise zu senken", so ein Sprecher der Stadt. Der Preisabschlag soll sich in der Höhe von 60 Prozent bewegen.

Symbolischer Charakter

Microsoft geht es jedoch weniger um den Absolutbetrag, vielmehr um den symbolischen Charakter, sollte Paris aus der Sicht Microsofts "umfallen". Paris würde sich in eine Liste von Open-Source-Fans im öffentlichen Sektor einreihen - nach München, China, Japan, Südkorea und Brasilien.

Der Chef von Microsoft Frankreich, Christophe Aulnette, bestätigte den Plan Microsofts, die Preise zu senken: "Wir sind bereit, einige Anstrengungen in Richtung Preisgefüge zu unternehmen", so Aulnette.

Die Entscheidung Münchens wurde auch als politisches Motiv gesehen, Microsoft für sein Quasi-Monopol zu bestrafen. Die Stadt zog die Umstellung auch dann durch, als MS anbot, die Preise für die Open-Source-Umrüstung auf jeden Fall zu unterbieten.

Microsoft argumentiert, dass Software meist nur einen Anteil von fünf Prozent des IT-Budgets hat und ein Wechsel nicht billiger kommen würde. "Open Source bedeutet nur, dass man die Kosten von den Lizenzen hin zu Service, Wartung, Integration und Training verschiebt", so der Chef von MS Frankreich.