13.05.2004

IMPACT

Games verhelfen Musik zu mehr Absatz

Die Verbindung zwischen Gaming- und Musikindustrie wird immer enger.

Laut einer Studie der US-Marketingfirma ElectricArtists aus dem Jahr 2003 kaufen 40 Prozent der Gamer die CD einer Band, die sie davor in einem Videospiel gehört haben.

Neun von zehn der 1.000 Befragten Hardcore-Gamer gaben weiters an, dass sie sich an die Songs eines Spiels erinnern können, auch nachdem sie aufgehört haben, es zu spielen.

Zudem ist die Zielgruppe der beiden Industrien größtenteils ident. Entsprechend interessiert ist die Musikindustrie auch, ihre Songs in neuen Games zu platzieren, da sie sich dadurch bessere Absätze für ihre eigenen Produkte erwartet. Neue Bands sollen in Games oder online entdeckt werden statt wie bisher im Radio oder im Fernsehen.

Unterschätzter Einfluss

Beim Spielen hört der Gamer Songs oft mehrmals hintereinander, ohne sie allerdings wirklich bewusst zu hören. Und je mehr gespielt wird, desto öfter hört der Spieler auch die Songs. Die Industrie hat einen eigenen Ausdruck dafür: "Lean-forward Entertainment".

Die Videospielindustrie hatte ihren Einfluss zu Beginn unterschätzt. Am Anfang waren zudem durch technische Limits die Möglichkeiten für Songs in Games begrenzt, später konzentrierten sich die Videospieldesigner darauf, die Games optisch ansprechender zu machen.

Mittlerweile haben die meisten Spielefirmen eigene Musik-Beauftragte, die fast alle aus dem Musikbusiness kommen. Während sie früher versuchten, Musiker an die Spitze der Verkaufscharts zu bringen, versuchen nun die Musiker an die Spitze der Games zu kommen.

Eigene Aufführungen für Gamemusik

Gamemusik ist mittlerweile so populär, dass sie auch bereits einzeln aufgeführt wird. Das Philharmonische Orchester Los Angeles brachte letzte Woche einige Stücke des japanischen Komponisten Nobuo Uematsu, die für die Spielereihe "Final Fantasy? geschrieben wurden. Während der Aufführung wurden auch Sequenzen des Games eingeblendet.

In Japan sind solche Aufführungen bereits an der Tagesordnung. Die Soundtracks zu Spielen verkaufen sich dort gleich gut wie erfolgreiche lokale Popstars.