29.04.2004

KURZWELLE

Wieder Störungen durch Powerline

Eine gerichtliche Auseinandersetzung um Funkstörungen durch das Linzer "Speedweb" ist mittlerweile mit einem Vergleich beendet worden, ein zweites Verfahren u.a. wegen "Rufschädigung"gegen den Österreichischen Versuchssenderverband geht weiter.

Auch der Streit über "Internet aus der Steckdose" setzt sich fort, weil die verschiedenen Messungen an Ort und Stelle durchaus unterschiedlich ausgefallen sind.

Während eine offizielle Messung von Linzstrom und Fernmeldebüro Anfang des Jahres nur geringe Störungen beim Einsatz der Powerline-Technolgie verzeichnet hatte, ergaben mehrer Messungen von Technikern des österreichischen Versuchssenderverbands [OEVSV] "in the wild" das Gegenteil.

Dass Hochfrequenz-Generatoren wie Powerline-Modems, die an nicht abgeschirmte Kabel [Stromnetz] angeschlossen sind, in technischem Sinne Sender sind, die HF-Strahlung abgeben, steht außer Debatte. Die Frage ist nur, wie stark diese Emissionen sind. Hier gehen Messungen wie Meinungen weit auseinander.

Analog und digital gestört

Die Störung betraf nicht nur den herkömmlichen Analog-Empfang von Kurzwellensendungen wie etwa jenen des ORF [6.155 KHz, 49-Meter-Band] und aller anderen internationalen Sender. Auch ein DRM-Gerät, das die Techniker der Fernmeldebehörde zu Testzwecken mitgebracht hatten, setzte vollständig aus.

DRM oder "Digital Radio Mondiale" ist der kommende Weltstandard für Radiosendungen im Kurz- und Mittelwellenbereich.

Ausbaupläne der Linzstrom

Die Linz AG, der Betreiber des Speedweb, hat nach eigenen Angaben über 2.000 Kunden, insgesamt 34.000 könnten schon jetzt angeschlossen werden. Im gesamten Versorgungsgebiet, also in ganz Linz, soll die Technik stufenweise ausgebaut werden.

Bis 2007 sieht der Plan 90.000 technische Anschlussmöglichkeiten mit ca. 13.500 Kunden vor.

Das weitere Prozedere

Aus dem Fernmeldebüro Oberösterreich war zu hören, das Beweisermittlungsverfahren in Sachen Powerline laufe immer noch, ein Zeithorizont für dessen Abschluss zeichne sich auch noch nicht wirklich ab. Es komme darauf an, wie viele Störungen noch gemeldet würden.

Die Amateurfunker wiederum haben in den letzten Wochen neue Störungsmeldungen aus Tirol eingebracht, wo die TIWAG diese Technologie offenbar für interne Kommunikationszwecke in ihrem Stromnetz unterhält.